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Zwei Zweier, viele Vierer, eine Fünf – Einzelkritik nach 2:2 in Frankfurt

Nach einem enttäuschenden Remis gegen Absteiger Greuther Fürth am vergangenen Sonntag, fuhr die TSG am Samstag das nächste Unentschieden im Saison-Endspurt ein. Mit dem 2:2 (1:1) bei Eintracht Frankfurt verharrt die Elf von Sebastian Hoeneß auf dem achten Tabellenplatz und läuft nach wie vor ihren Erwartungen hinterher. Die TSG-Spieler in der Einzelkritik.

Der Spielfilm

Da sich Pavel Kaderabek sowie Christoph Baumgartner gegen das Kleeblatt jeweils ihre fünfte gelbe Karte abholten, brachte Hoeneß Angelo Stiller und Jacob Bruun Larsen in die Startelf, Ihlas Bebou fungierte im 3-4-3 als rechter Schienenspieler. Chris Richards war ebenfalls nicht im Kader, für ihn rückte Kevin Akpoguma in die Dreierkette. Nach wie vor musste Hoffenheim auf Kapitän Benjamin Hübner und Schaltzentrale Florian Grillitsch verletzungsbedingt verzichten.

Das Spiel im (zumindest im Heimbereich) ausverkauften Deutsche Bank Park begann zunächst wesentlich munterer als noch am vergangen Wochenende. Die Eintracht lief hoch an, der TSG gelang es ab und zu durch mutiges Passspiel im Zentrum in die gegnerische Hälfte zu gelangen. In der 12. Minute kombinierte sich Andrej Kramaric gemeinsam mit Bruun Larsen auf der linken Außenbahn geschickt durch, die anschließende Flanke des Kroaten versenkte ausgerechnet Frankfurts Evan Ndicka per Kopf zum 1:0 für Hoffenheim. Doch – wie zuvor der TSG – glückte auch der Eintracht mit der ersten echten Chance direkt ein Treffer: Nach 32 Minuten wehrte Oliver Baumann einen strammen Schuss von Filip Kostic zur Ecke ab, bei der sich wieder Ndicka hochschraubte und die Kugel per Kopf versenkte – diesmal ins „richtige“ Tor.

Zur Pause musste Akpoguma angeschlagen ausgewechselt werden, Havard Nordtveit kam für ihn ins Spiel. Die TSG hatte im zweiten Durchgang zunächst Oberhand, nach einer gespielten Stunde dominierte wieder der Gastgeber – und das mit Erfolg. Nach einem Ballverlust Bebous traf Daichi Kamada nach mit einem Schlenker in den rechten Winkel (66.). Obwohl die Eintracht nun mehr am Drücker war, investierte auch Hoffenheim nach und nach mehr nach vorne. Nach einer Hereingabe von David Raum bescherte der eingewechselte Georginio Rutter in der 78. Minute schließlich den Ausgleich.

In der Schlussphase ließ Kramaric noch die Chance zur Entscheidung liegen. Damit bleibt die Hoeneß-Elf nun das sechste Spiel in Folge sieglos. Kommende Woche gastiert der Tabellenfünfte Freiburg in Sinsheim, die anschließenden Aufgaben bei Bayer Leverkusen und gegen Borussia Mönchengladbach werden ebenfalls nicht leichter. Und auch die Verletzungssorgen verschwinden nicht: Der eingewechselte Nordtveit musste mit einer Oberschenkelverletzung kurz vor Abpfiff ausgewechselt werden und wird nicht mehr im TSG-Dress auflaufen.

Die Einzelkritik

Oliver Baumann: Parierte mehrfach stark. Glanztat gegen Lindström in der 39. und gegen Hrustic in der 81., bei den Gegentoren chancenlos. Note: 2.

Kevin Akpoguma (bis 45.): Anfangs ambitioniert und mit mutigen Vorstößen auf der rechten Außenbahn, beim 1:1 ließ er Ndicka allerdings sträflich frei. Note: 4,5.

Kevin Vogt: Gute Befreiungsschläge, wirkte wie ein sicherer Anker. Dafür half er zu wenig beim Spielaufbau. Note: 3,5.

Stefan Posch: Bei Flanken der Eintracht immer ein wenig zu hektisch im Sechzehner. Zudem kam er bei Zweikämpfen anfangs oft zu spät, holte sich folgerichtig die fünfte Gelbe Karte ab (52.). Dennoch trat er nach dem Seitenwechsel selbstbewusster auf. Note: 4.

Wahrscheinlich die zwei besten Feldspieler in Weiß: Andrej Kramaric (l.) beim Jubel mit Joker Georginio Rutter (Christof Koepsel/Getty Images).

Ihlas Bebou: Immer wieder mit guten Laufwegen, hätte aber häufiger überlaufen müssen. Leistete sich vorm 2:2 den entscheidenden Ballverlust, hätte den Fehler mit seiner Vorlage für Kramaric‘ Topchance fast wieder wettgemacht. Note: 4.

Diadié Samassékou (bis 67.): Stellte selten eine Anspielstation dar und kam zu wenig in die Zweikämpfe. Note: 4.

Angelo Stiller: Die erste halbe Stunde komplett unscheinbar. Versuchte es hin und wieder mit starken Schnittstellenpässen, aber letztlich zu selten. Gegen den Ball kam er oft einen entscheidenden Schritt zu spät. Note: 4.

David Raum: Im ersten Durchgang kaum im Spiel, hielt zu viel Abstand zu seinen Gegenspielern. Nach der Pause wesentlich aktiver, wenn auch nur selten gefährlich. Seine Vorlage zum 2:2 dennoch folgerichtig. Note: 3,5.

Andrej Kramaric: Zeigte sich sehr bemüht. Bespielte als einer der wenigen die Lücken im Zwischenraum und bereitete das Führungstor vor. Vergab in der 90. Minute eine Riesenchance zum 3:2 und bleibt weiter vom Pech verfolgt – sein letztes Tor schoss er Mitte Februar. Note: 3.

Munas Dabbur (bis 87.): Ein starker Abschluss aus dem Rückraum (23.), ansonsten sehr unglücklich und völlig von der Rolle. Note: 5.

Jacob Bruun Larsen (bis 67.): Kam er an den Ball, brachte er automatisch Tempo ins Spiel. Zu oft war er jedoch abgemeldet. Note: 4.

Havard Nordtveit (ab 46. bis 89.): Unauffällig im Spiel, musste mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden und wird leider nicht mehr für die TSG auflaufen. Note: 3,5.

Georginio Rutter (ab 67.): Brachte viel Schwung ins Spiel und nickte gekonnt zum 2:2 ein. Note: 2.

Sebastian Rudy (ab 67.): Strahlte vereinzelt Ruhe im Zentrum aus, seine Pässe in den Strafraum waren aber zum Teil sehr ungenau. Note: 4.

Robert Skov (ab 87.): Ohne Bewertung.

Kasim Adams (ab 89.): Ohne Bewertung.

Stenogramm

Eintracht Frankfurt – TSG Hoffenheim 2:2

Tore: 0:1 ET Evan Ndicka (12.), 1:1 Evan Ndicka (32.), 2:1 Daichi Kamada (66.), 2:2 Georginion Rutter (76.)

SGE: Trapp – Tuta, Hinteregger, Ndicka – Rode (67. Hrustic), Jakic, Knauff (86. Paciencia), Kostic, Lindström (79. Ache), Kamada (79. Kamada) – Borré (67. Hauge)

TSG: Baumann (2) – Akpoguma (4,5/ 46. Nordtveit (3,5)/ 89. Adams), Vogt (3,5), Posch (4) – Bebou (4), Samassékou (4/ Rudy (4)), Stiller (4), Raum (3,5), Kramaric (3), Bruun Larsen (4/ 67. Rutter (2)) – Dabbur (5/ 87. Skov)

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Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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Jakob Uebel
Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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