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Wie und warum Hoffenheim die Bayern gerade jetzt schlagen könnte

Auch wenn es zum Beginn der Saison nicht so schien, die Bayern dominieren wieder die Liga. Mit 49 Punkten und einer Tordifferenz von +39 auf Platz eins der Liga, im DFB-Pokal im Viertelfinale und am Dienstag dann auch noch mit einer 3:0-Machtdemonstration an der Stamford Bridge auch schon mit einem Fuß im Viertelfinale der Champions League. Seitdem Hansi Flick da ist, scheint die Welt in München wieder in Ordnung.

Am kommenden Samstag um 15:30 Uhr kommen die Bayern jetzt nach Sinsheim zur TSG. Diese steht mit 34 Punkten und einer Tordifferenz von -2 zwar auf dem absolut akzeptablen achten Platz, von großer Zufriedenheit und Selbstvertrauen strotzt die TSG aktuell aber nicht. Dennoch kann sich die TSG am Samstag Hoffnungen auf mehr machen. Wir erklären wieso.

Starke Bilanz der TSG

17 Begegnungen und neun Jahre lang konnten die Kraichgauer den FCB nie besiegen, betrachtet man aber mal die letzten sieben Bundesliga-Spiele sieht das schon ganz anders aus. 2016 gab es ein Unentschieden in München, 2017 zwei Heimsiege ohne Gegentor in Folge und in der Hinrunde dieser Saison sogar ein 2:1-Erfolg in München. Kein anderes Team holte in diesem Zeitraum so viele Punkte gegen den Rekordmeister. Seit der Ära Nagelsmann ist die TSG für die Bayern zu einer Art Angstgegner geworden. 

Bayern selten 90 Minuten konzentriert

Auch wenn sie die meisten Spiele zwar dominieren, zu null spielten die Bayern in letzter Zeit seltener. Meistens schalteten die Münchner nach höheren Führungen ab und kassierten in Folge noch Gegentore. So zum Beispiel beim 1:3 in Mainz, beim 1:4 in Köln, oder eben auch… beim 4:3 gegen die TSG im Pokal. Zudem schwächelten die Roten in den letzten Jahren gerade dann in der Liga, wen die Dreifachbelastung durch die Championsleague begann. So verlor man zum Beispiel auch im April 2017 kurz nach den Partien gegen Arsenal und vor den Spielen gegen Real Madrid. Die TSG muss also darauf setzen, dass die Münchner auch diesmal mit Gedanken woanders sind.

So schießt man gegen die Bayern Tore

Auffällig ist, dass die Bayern gerade dann Probleme bekommen, wenn die letzte Reihe überspielt wird. Dies zeichnete sich vor allem bei dem knappen 3:2-Sieg über den SC Paderborn ab. Auch wenn Alphonso Davies, David Alaba und Co. oftmals noch bevor die Situation kritisch wird den Ball mit ihrer Schnelligkeit ablaufen können, wird die Münchner Hintermannschaft bei derartigen Umschaltsituationen gerne hektisch. Gerade Benjamin Pavard passieren – wie auch beim Pokal-Spiel gegen Hoffenheim – noch mehrmals kleinere Stellungsfehler, woraufhin die Innenverteidiger Alaba und Boateng oft zu schnell nach außen ausweichen. Dadurch wird das Zentrum frei und der gegnerische Stürmer muss die Kugel nur noch an Manuel Neuer vorbeibringen. Auf diese Art und Weise gelangen Munas Dabbur gleich zwei Tore in München. Zumal Alaba mit 1,80 Metern als Innenverteidigern bei hohen Hereingaben auch häufig aufgeschmissen ist.

Personalsituation

Den Bayern fehlen neben Abwehrchef und Ex-Hoffenheimer Niklas Süle und Ivan Perisic, nach dem Chelsea-Spiel Kingsley Coman und Robert Lewandowski am Samstag. Der Franzose musste zwar schon während des Spiels ausgewechselt werden, erlitt jedoch laut Flick nur eine „leichte Zerrung“. Bei Bayerns Nummer Neun hingegen, diagnostizierte man einen Anbruch der Schienbeinkante am linken Kniegelenk, was wohl zu einer vierwöchigen Pause führt. Dies berichtete der Rekordmeister am Mittwoch-Nachmittag auf seiner Website.

Auf der Flügelposition hat der FCB noch eine Alternative: Vermutlich wird Flick dadurch auf Philippe Coutinho setzen, der zwar im Dribbling stark ist, seine Qualitäten allerdings bis jetzt noch nicht wirklich zeigen konnte. Was die Stürmerposition angeht, sieht es schon kritischer aus: Arp und Zirkzee sind aufgrund mangelnder Erfahrung sicher noch nicht bereit für einen Startelf-Einsatz, Müller macht sich auf der Neun aber ebenfalls nicht wirklich gut. Höchstens Serge Gnabry, der auch bei der TSG manchmal als Stürmer aushalf wäre denkbar. Somit wird es spannend zu sehen sein, wie die Bayern diese immensen Verluste in der Offensive beheben werden.

Doch genau hier müssen auch die Hoffenheimer improvisieren. Am Mittwoch-Vormittag kam die Bestätigung, dass neben Munas Dabbur und Ishak Belfodil, wohl auch für Sargis Adamyan die Saison aufgrund eines Syndesmosebandrisses zu Ende ist. Ihlas Bebou klagt weiterhin über Knieprobleme und auch Andrej Kramaric trainierte bis Mittwoch noch individuell. Auch wenn der Kroate jetzt gegen die Bayern wohl wieder einsatzfähig ist, bleibt fraglich, ob er 100% geben kann.

Worauf die Hoffenheimer aufpassen müssen 

Zudem sollten die Kraichgauer vor allem auf diese drei Münchner enorm Acht geben:

  • Thomas Müller: Unter Flick wieder gesetzt und das aus gutem Grund. Neun Tore, 16 Assists (wettbewerbsübergreifend).
  • Serge Gnabry: Die ehemalige TSG-Leihgabe ist derzeit on fire. In der Liga zehn Tore, acht Assists.
  • Alphonso Davies: Mit gerade mal 19 Jahren Stammspieler unter Flick. Wahnsinnig viel Tempo in beide Richtungen auf der linken Seite.

Wie kann Hoffenheim darauf reagieren?

Für Alfred Schreuder wird es eine schwierige Aufgabe sein, die perfekte Aufstellung für Samstag zu finden. Es müssen Alternativen für die Ausfälle in der Offensive gefunden werden und zudem muss man dem enormen Offensiv-Druck, welchen die Bayern ausstrahlen, entgegenwirken. So könnten sie spielen:

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Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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Jakob Uebel
Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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