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Weitere Proteste geplant: Ultras wollen Unterbrechungen in Kauf nehmen

Auch am 25. Spieltag planen Fanszenen deutschlandweit Proteste gegen Kollektivstrafen und den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp. Das kündigte der Zusammenschluss ‚Fanszenen Deutschland‘, in dem die meisten deutschen Ultras organisiert sind, in einem Schreiben an.

Unter dem Titel „Kollektivstrafen zum ‚Schutze‘ eines Milliardärs – der DFB zeigt erneut sein wahres Gesicht“ werfen die Ultras dem DFB „Doppelmoral und Demokratiefeindlichkeit“ vor. „Nicht integre Personen und Strukturen würden den Fans in der aktuellen Debatte erzählen wollen, was Anstand sei“, schreibt der Zusammenschluss.

Ultras wollen „im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen“

So ginge es dem Verband laut der Initiative „nicht um die Themen antirassistisches Engagement oder Antidiskriminierung, sondern um die Bekämpfung der Fankultur. Durch die Spielunterbrechungen werde das Ziel verfolgt, die Fanszenen zu spalten.“ Die in ‚Fanszenen Deutschland‘ organisierten Ultras kündigten deshalb für den kommenden Spieltag erneute Proteste an.

So betont die Vereinigung im Schreiben: „Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen.“ So wurden am vergangenen Wochenende gleich mehrere Spiele aufgrund von beleidigenden Bannern gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp unterbrochen und standen kurz vor dem Abbruch.

Der DFB und die DFL trat daraufhin mit den Fans in den Dialog und räumte in Statements eigene Fehler ein. Auf Anfrage der AG Fankulturen fand am Mittwoch in Frankfurt am Main ein Krisensitzung mit Fanvertretern, dem DFL-Geschäftsführer Christian Seifert und DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius statt. Dabei schienen sich die Parteien wieder anzunähern. ‚Fanszenen Deutschland‘ ist mit dem Ergebnis der Gespräche jedoch nicht zufrieden.

‚Fanszenen Deutschland‘: Gespräche mit DFB „nicht mehr als ein Scheindialog“

So heißt es in dem Schreiben: „Wenn es keine Möglichkeit gibt, grundlegende Veränderungen im deutschen Fußball zu erreichen, müssen wir eben zu drastischeren Maßnahmen greifen. Dass es keine andere zielführende Möglichkeit gibt, haben die von uns geführten Gespräche mit den Verbänden gezeigt, die letztlich nicht mehr waren als ein großer Scheindialog.“

Somit scheint in den deutschen Stadien auch weiterhin keine Normalität einzukehren. Der TSG Hoffenheim droht beim Auswärtsspiel auf Schalke (Samstag, 15:30 Uhr) zum dritten Mal infolge eine Spielunterbrechung.

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