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Vorschau: Zu Gast bei heimstarken Unionern

Nach dem gelungenen Jahresauftakt gegen den FC Augsburg steht für die Männer der TSG Hoffenheim eine Englische Woche an. Bevor man im DFB-Pokal den SC Freiburg empfängt, treffen die Kraichgauer am Samstag (15:30 Uhr / Sky) auf den 1. FC Union Berlin. Mit Union-Experte Till Oppermann (RBB/MDR/Cavanis Friseur) blicken wir auf das Duell in Köpenick voraus.

Eine Niederlage in 25 Heimspielen

Auch in seiner dritten Bundesliga-Saison übertrifft der FCU die Erwartungen vieler und steht nach 18 Spieltagen trotz der Dreifachbelastung durch die UEFA Conference League auf dem siebten Tabellenplatz. Ein Faktor ist dabei der gut bestückte Kader der Berliner, „andererseits sind die Eisernen der Bundesligaverein mit den wenigsten Verletzten beziehungsweise Ausfallzeiten – obwohl keine deutsche Mannschaft so viele Pflichtspiele bestritten hat wie Union. Die Mannschaft zeichnet also auf jeden Fall ihre Fitness aus“, betont Till.

Dabei verfügen sie zudem über eine enorme Heimstärke, einzig der FC Bayern konnte sie in den vergangenen 25 Heimspielen im Stadion An der Alten Försterei bezwingen. Trainer Urs Fischer gelang es zudem erneut, das Spiel auf eine neue Stufe zu heben, wie Till erklärt: „Seit dieser Saison sorgen die Schienenspieler auf der Außenbahn für noch mehr Torgefahr und besetzen, wenn sie nicht gerade in die Mitte flanken, den zweiten Pfosten im Strafraum. Union ist so in der Lage, unglaublich viel Druck aufs gegnerische Tor auszuüben.“

Zu den wenigen Schwächen der Unioner lässt sich derweil vor allem die Chancenverwertung zählen, die zuletzt auch gegen Leverkusen Zähler kostete. In einem Punkt zeigt das Team zudem Parallelen zur TSG: So fällt es der Mannschaft weiterhin schwer, „gegen tiefstehende Gegner das Spiel zu machen und sie schadet sich zu häufig mit Konzentrationsfehlern selbst“, führt Till aus.

„Ein echter Held“ geht, Vogt bleibt

Personell gab es unter der Woche für die Berliner einen herben Verlust zu verkraften. Mit Innenverteidiger Marvin Friedrich wechselt ein „echter Held“, wie es Till formuliert, zu Borussia Mönchengladbach: „Nicht nur wegen seiner Tore in der Relegation gegen Stuttgart und in der Bundesliga, sondern auch weil nie aufgab, immer konzentriert spielte und der Abwehr so wichtige Stabilität verlieh. Insbesondere im Mannschaftsgefüge wird der Vizekapitän deshalb eine große Lücke hinterlassen.“

Während der Abgang vor allem emotional schmerzt, ist der Union-Experte jedoch zuversichtlich, dass man ihn sportlich abfangen kann: „Auf dem Platz gibt es jedoch wohl keine Position, wo Union so gut den Abgang eines Stammspielers abfangen kann, wie in der Innenverteidigung. Mit Robin Knoche, Timo Baumgartl, Paul Jaeckel und dem kürzlich verpflichteten Dominique Heintz ist der Kader weiter gut aufgestellt.“

Aus Hoffenheimer Sicht gab es derweil auf der Pressekonferenz vor dem Duell Anlass zur Freude. So saß zunächst überraschend Innenverteidiger Kevin Vogt auf dem Podest und verkündete die Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags bis 2025. Einen Tag später wurde zudem die vorzeitige Vertragsverlängerung von Georginio Rutter verkündet, der Franzose unterschrieb bis 2026.

Von den Eisernen zu den Fohlen: Mit Marvin Friedrich verliert Union einen Leistungsträger (Bild: Twitter/@borussia)

Stürmer-Schwund vs. offensive Qual der Wahl

Auch in der Startaufstellung wird sich bei Union Friedrichs Abgang bemerkbar machen. Till erwartet dabei, dass der im Sommer verpflichtete Jaeckel seine Position in der Dreierkette übernehmen wird, aber auch Heintz ist eine Option. Im Sturm weilt zudem Taiwo Awoniyi bis Ende des Monats mit der nigerianischen Nationalmannschaft beim Afrika-Cup und wird deshalb ebenso in der Startelf fehlen wie Sheraldo Becker, der nach überstandener Corona-Infektion höchstens für einen Bankplatz in Frage kommt. Hinter einem Einsatz von Nico Gießelmann, der gegen Leverkusen angeschlagen ausgewechselt werden musste, steht derweil ein Fragezeichen.

Auf Seiten der TSG hat Trainer Sebastian Hoeneß vor allem in der Offensive die Qual der Wahl. Vor dem Pokal-Duell gegen Freiburg könnte es dabei zu einer Rotation kommen und Georginio Rutter für Munas Dabbur in die Startelf rücken. Defensiv muss man hingegen mehrere Ausfälle verkraften. So fehlen Florian Grillitsch und Marco John aufgrund einer COVID-19-Infektion.

Pavel Kaderabek zog sich gegen den FC Augsburg eine Oberschenkelverletzung zu und wird voraussichtlich von Kevin Akpoguma vertreten. Weiterhin nicht zur Verfügung stehen Ermin Bicakcic, Robert Skov und Diadié Samassékou, der mit der malischen Nationalelf am Mittwoch sein erstes Gruppenspiel beim Afrika-Cup mit 1:0 gewann. Mijat Ganicovic bleibt hingegen aufgrund muskulärer Probleme ein Wackelkandidat.

Offen wie im Hinspiel?

Im Hinspiel in Sinsheim konnte die TSG einen frühen Rückstand drehen, ehe Awoniyi nach Wiederanpfiff den 2:2-Endstand besorgte. Auch ohne den nigerianischen Torgaranten erwartet Till im Rückspiel ein ebenso offenes Duell. Dabei erinnert gerade das jüngste Spiel der Köpenicker gegen die Werkself an das letzte Duell gegen die TSG.

„Es wäre also keine Überraschung, wenn es auch am Samstag einige Führungswechsel gibt. Aber Vorsicht: Union ist eines der heimstärksten Teams der Liga und musste bisher, genau wie Hoffenheim, erst eine Heimniederlage hinnehmen“, warnt der Sportjournalist.

Hoeneß verwies auf der PK vor dem Spiel zudem auf die stabile Defensive der Eisernen und erklärte, wie er den Riegel knacken möchte: „Sie sind zu Hause sehr gut unterwegs, spielen sehr diszipliniert und kassieren wenig Gegentore. Urs Fischer lässt seine Mannschaft sehr kompakt gegen den Ball spielen und dann schalten sie schnell um. Im vergangenen Jahr haben wir ein sehr gutes Auswärtsspiel gezeigt, auch wenn es 1:1 endete. Wir wollen schnell spielen in den Linien vor der Abwehr.“

So könnten sie spielen:

FCU: Luthe – Baumgartl, Knoche, Jaeckel – Trimmel, Khedira, Oczipka – Haraguchi, Prömel – Voglsammer, Kruse

TSG: Baumann – Posch, Vogt, Richards – Akpoguma, Geiger, Stiller, Raum – Kramaric – Bebou, Rutter

Tipp Till: 3:2 | Tipp Hoffenews: 2:2

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Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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Louis Loeser
Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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