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Vorschau: Wirtz das nächste schicke Topspiel?

Nach dem Topspiel ist vor dem Topspiel: Die Herren der TSG Hoffenheim treffen in der „Englischen Woche“ der Fußball-Bundesliga auf den nächsten Tabellennachbarn. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß ist an diesem Mittwoch (20:30 Uhr/Sky) bei Bayer Leverkusen zu Gast. Gemeinsam mit Timo Schwarz vom Bayer04-Blog blicken wir auf die Begegnung des Dritten aus Leverkusen gegen den Vierten aus dem Kraichgau.

Wieder ein Nachbar-Duell

Mit einem Auswärtssieg könnte sich die TSG am Gegner vorbeischieben – eine Konstellation, die den Hoeneß-Schützlingen bekannt vorkommt. Bereits am vergangenen Spieltag entschied die TSG das direkte Duell um den vierten Platz beim SC Freiburg für sich (2:1). Durch den Last-Minute-Sieg rangiert Hoffenheim nur noch einen Zähler hinter Leverkusen.

Die erneut spannende Konstellation liegt auch an Bayers 2:5-Pleite bei Eintracht Frankfurt – eine überraschend deutliche Niederlage, nachdem Leverkusen zuvor vier Bundesliga-Partien ungeschlagen blieb. Auch für Timo kam das 2:5 eher unerwartet: „Die aktuelle Situation ist eigentlich ganz gut, zumindest hätte ich das vor der Klatsche gegen Frankfurt sofort gesagt. Dieses Spiel hat aber schon Fragen aufgeworfen, beispielsweise warum man der Frankfurter Intensität so unterlag, obwohl viele Leverkusener in der Europa League gegen Budapest geschont wurden.“

Im Heimspiel gegen die TSG ist die „Werkself“ also auf Wiedergutmachung aus. Tatsächlich verlor Bayer noch nie zwei Bundesliga-Spiele in Folge unter Trainer Gerardo Seoane, der seit dieser Saison an der Seitenlinie steht.

Auch TSG-Coach Hoeneß geht nicht davon aus, dass die Niederlage in Frankfurt größere Nachwirkungen bei Bayer hinterlässt. „Das Ergebnis gegen die Eintracht würde ich nicht überbewerten“, meint der Fußballlehrer und analysiert: „Grundsätzlich sind sie offensiv ausgerichtet und kommen insbesondere über das Umschaltspiel nach Balleroberung.“

Ähnlich sieht es auch Timo: „Im Offensivspiel gelingt es bisher sehr gut, die hohen individuellen Qualitäten von Florian Wirtz, Moussa Diaby und Patrik Schick in Szene zu setzen.“

Frühstarter gegen Spätzünder

Gerade die Anfangsphase könnte für dieses Spiel schon entscheidend sein. Leverkusen verteilt in schöner Regelmäßigkeit keine „kalten Duschen“, sondern mittlerweile eher Eiszapfen. „Keine Mannschaft erzielte mehr Tore in der Anfangsviertelstunde, was aus einer hohen Intensität und einem aggressiven Pressing resultiert“, weiß Timo. Zugleich moniert der Bayer-Experte: „Es mangelt in vielen späteren Spielphasen noch daran, ein Spiel kontrolliert zu bestimmen, um die Anfangsführung dann auch über die Zeit zu bringen.“

Hier könnte eine Chance für die TSG liegen. Denn während die Leverkusener als Frühstarter bekannt sind, hat kein Team der Liga mehr Tore in der Schlussviertelstunde erzielt als die Kraichgauer.

Leverkusen und das Außenverteidiger-Problem

Derweil fallen auf Seiten der Hoffenheimer Dennis Geiger, Robert Skov, Jacob Bruun Larsen, Ermin Bicakcic und Marco John aus. Auch hinter den Einsätzen von Georginio Rutter und Angelo Stiller stehen noch Fragezeichen. Dafür könnte Florian Grillitsch nach überstandener Erkältung sogar direkt in die Anfangsformation rücken. Ohnehin sind aufgrund der „Englischen Woche“ einige Veränderungen in der Startelf zu erwarten.

Leverkusen muss hingegen auf Jeremie Frimpong verzichten, der in dieser Spielzeit auf seiner Position als Rechtsverteidiger aufblüht. Der Niederländer fehlt aufgrund einer Gelbsperre. „Somit stehen die zwei besten Außenverteidiger nicht zur Verfügung, weil auch Mitchel Bakker noch keine Option sein wird“, berichtet Timo.

Euphorie nach Last-Minute-Sieg: Die TSG will ihre Siegesserie in Leverkusen ausbauen (Foto: Simon Hofmann / Getty Images).

Torspektakel in der BayArena?

Ihr Heil suchen die Leverkusener – ähnlich wie die TSG – ohnehin eher in der Offensive. Die „Werkself“ stellt nicht umsonst den zweitbesten Angriff der Liga (37 Tore). Im letzten Heimspiel hagelte es ein 7:1 gegen den machtlosen Aufsteiger aus Fürth. Timo rechnet auch dieses Mal mit Toren in der BayArena: „Leverkusens Konsequenz aus dem Frankfurt-Spiel muss sein, dass sie nicht zu tief und zu passiv zurückfallen, sondern Hoffenheim früher unter Druck setzen. Dafür scheint mir die TSG auch durchaus anfällig. Wenn das gelingt, geht’s garantiert nicht torlos aus.“

Hoffenheim will wiederum die eigene Serie von vier Siegen am Stück ausbauen. Auch Hoeneß wirkte zuletzt deutlich selbstbewusster. Die Erfolgsserie sei das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, so der Coach: „Ich lese immer wieder, dass wir uns heimlich, still und leise nach vorne gearbeitet haben. Ich habe recht früh in der Saison klare Fortschritte in gewissen Bereichen gesehen. Das zeigen wir jetzt auch in der wichtigsten Statistik, nämlich im Ergebnis.“

Wenn die TSG auch am Mittwoch in der Tabelle klettern will, muss sie speziell Patrik Schick (14 Tore) und Florian Wirtz (8 Vorlagen) aus dem Spiel nehmen. Ein Offensivfeuerwerk für die rund 100 mitreisenden „Hoffe“-Fans scheint dennoch vorprogrammiert.

So könnten sie spielen:

LEV: Hrádecký – Hincapie, Tapsoba, Tah, Kossounou – Palacios, Andrich – Adli, Wirtz, Diaby – Schick

TSG: Baumann – Posch, Vogt, Richards – Kadeřábek, Samassékou, Grillitsch, Raum – Baumgartner, Bebou, Kramaric

Tipp Timo: 2:2 | Tipp Hoffenews: 3:2

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