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Vorschau: Stoppt die TSG den Pepi-Hypetrain?

Rückrunden-Start, Europacup-Träume und Pepi-Hype: Selten bot eine Bundesliga-Begegnung zwischen den Herren der TSG Hoffenheim und dem FC Augsburg schon vorab so viele Geschichten. Auf dem Platz könnte das Spiel am Samstag (15:30 Uhr/Sky) für beide Mannschaften derweil richtungsweisend werden. Gemeinsam mit Irina Fuchs, Bloggerin bei der Rosenau Gazette und Host des Podcasts Puppngschwätz, blicken wir auf das Duell.

Von wegen trist: Pepi wirbelt Augsburg auf

Die bisherige Spielzeit der Augsburger kommt auf dem ersten Blick recht trist daher. Vor dem Beginn der Rückserie weilen die „Fuggerstädter“ mit 18 Punkten auf dem 15. Rang – einen Zähler vor dem VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz. Der Abstiegskampf wird beim FCA im Verlaufe der Rückrunde also weiterhin ein Thema sein.

Alles andere als trist begann allerdings das neue Augsburger Fußballjahr. Am Montag gab der Verein die Verpflichtung von Ricardo Pepi bekannt. Der erst 18-jährige US-Amerikaner entschied sich für einen Wechsel vom FC Dallas zu den bayerischen Schwaben und verschaffte dem FCA nicht nur in den Staaten große Aufmerksamkeit. Für Wirbel sorgte vor allem die Ablösesumme, die je nach Quelle auf 13 bis 17 Millionen Euro taxiert wurde – ein vereinsinterner Transferrekord.

Irina klärt auf: „Die Ablösesumme hat der FCA gemäß aktueller Berichterstattung selbst gestemmt und kommt nicht vom FCA-Investor David Blitzer. An dieser Stelle ist auch zu betonen, dass der FCA in den letzten Jahren gut gewirtschaftet hat und diese finanziellen Mittel tatsächlich auch für einen Transfer dieser Größenordnung hat.“ Die Bloggerin verweist außerdem auf Informationen von Sport1. Dort heißt es, dass das Renommee des Investors Blitzer, der wie Pepi US-Amerikaner ist, vertrauensfördernd gewesen sei. „Kontakte der beiden FCA-Verantwortlichen Reuter und Janker in die Staaten haben ebenfalls geholfen“, weiß Irina (Eine ausführliche Einordnung zum Pepi-Transfer gibt sie im Podcast „Puppngschwätz“).

Neuer Augsburger Rekordtransfer: Ricardo Pepi löste Begeisterung und Verwunderung zugleich aus (Foto: Kirk Irwin/Getty Images).

Für kleinere Aufregung vor dem Duell in Sinsheim sorgte zudem das Gerücht um ein erneutes Interesse der Augsburger an Kevin Vogt. Der Vertrag des Hoffenheimer Führungsspielers läuft im Sommer aus. TSG-Coach Sebastian Hoeneß ließ durchblicken, den 30-Jährigen gerne halten zu wollen: „Er hat eine richtig gute Hinrunde gespielt und war für uns ein wichtiger Faktor. Ich arbeite sehr gerne mit ihm zusammen. Trotzdem müssen wir schauen, was die Zukunft bringt. Ich habe auf jeden Fall meinen Wunsch hinterlegt.“

„The trend is your friend“

Während Vogt am Samstag mit ziemlicher Sicherheit ein blaues Trikot tragen wird, ist der Einsatz Ricardo Pepis eher unwahrscheinlich. Daher muss das eingespielte Augsburger Personal die 0:4-Niederlage aus dem Hinspiel vergessen machen.

„Generell kann man sagen, dass der FCA sich spät in der Hinrunde stabilisiert hat“, konstatiert Irina. Die Schützlinge von Trainer Markus Weinzierl verloren nur eines ihrer letzten sechs Begegnungen. Nach dem desolaten 1:4 in Mainz am 9. Spieltag und dem folgenden Pokalaus beim VfL Bochum (6:7 n. E.) kämpfte sich Augsburg zunächst mal aus der Abstiegszone. Die FCA-Expertin erklärt: „Seitdem kreiert man statistisch gesehen mehr Torchancen (3,2 in 90 Minuten vor dem 9 Spieltag, danach 5,4). Auch die Torstatistik verbesserte sich von 0,6 auf 1,5 Tore pro Partie.“

Die Weinzierl-Elf sorgte gegen Ende der Hinrunde durchaus für Überraschungen. „Das Remis gegen Leipzig (1:1) und der Sieg gegen Bayern (2:1) haben gezeigt, was der FCA spielerisch draufhat. Dem stehen aber auch enttäuschende Partien wie gegen Hoffenheim, Freiburg und Mainz entgegen – der FCA ist daher (immer noch) eine absolute Wundertüte“, führt Irina aus.

Die Bezeichnung „Wundertüte“ traf lange Zeit auch auf die TSG zu, ehe sie mit sechs ungeschlagenen Partien bis zur Winterpause einen Schlussspurt hinlegte. Mit 28 Zählern und Platz fünf spielten die Kraichgauer die drittbeste Hinrunde der Bundesliga-Vereinsgeschichte. Diese Serie will Hoffenheim im neuen Jahr fortsetzen. „Die Jungs haben schon wieder richtig Lust. Die Stimmung ist gut und auch die Intensität war gleich wieder da“, berichtet Hoeneß, der seiner Mannschaft über die Weihnachtstage ein straffes Trainingsprogramm auferlegte: „Da wurde auch ein bisschen gestöhnt. Aber die Jungs haben es super durchgezogen, das habe ich in den ersten Einheiten gesehen.“

Stabiles Zentrum, anfällige Außen

Genug Intensität muss die TSG sicherlich mitbringen, um das gut organisierte Zentrum der Gäste zu knacken. „Defensiv steht der FCA relativ stabil, die Innenverteidiger machen zumeist einen super Job. Dorsch und Maier im defensiven Mittelfeld werden immer besser, speziell Dorsch wächst mehr und mehr in die Rolle von Ex-Kapitän Daniel Baier rein“, stellt Irina fest. Schwachstellen im Kader beobachtet die FCA-Podcasterin jedoch auf den Außenbahnen: „Der nominelle Rechtsverteidiger Gumny war in der Dreierkette oft ein Unsicherheitsfaktor. Über diese Seite ist der FCA verwundbar.“

Hier könnte die TSG einen entscheidenden Vorteil haben. Gerade David Raum ist mit seinen Flügelläufen ein wichtiges Element im Hoffenheimer Spiel. Der Linksverteidiger sammelte in dieser Bundesliga-Saison bereits fünf Assists und schlug bisher die zweitmeisten Flanken der Liga (88).

Hoeneß hat Optionen

Personell hat Hoeneß die berühmte Qual der Wahl. Im Abwehrzentrum buhlen Stefan Posch, Kevin Akpoguma, Kevin Vogt und Chris Richards um einen Platz in der Dreierkette neben dem gesetzten Florian Grillitsch. Ein Startelfeinsatz von Benjamin Hübner kommt dagegen weiterhin zu früh.

Fehlt der TSG: Diadié Samassékou spielt beim Afrika Cup für Mali (Foto: Simon Hofmann / Getty Images).

Auch in der Offensive hat der Übungsleiter bekanntlich genügend Spielraum. Dass mit Diadié Samassékou, Ermin Bicakcic, Sargis Adamyan, Robert Skov, Havard Nordtveit, Marco John und dem jüngst zu den Profis beförderten Fisnik Asllani trotzdem acht Spieler wohl nicht zur Verfügung stehen, unterstreicht noch einmal die Breite im Kader.

Ox‘ ist fort – Uduokhai kehrt zurück

Auf Seiten des FCA fehlt mit Reece Oxford wiederum der „Augsburger Shootingstar der Hinrunde“ (Irina). Der Innenverteidiger sah bei der SpVgg Greuther Fürth die fünfte Gelbe Karte. Neben den Ausfällen von Tomas Koubek (Corona), Alfred Finnbogason (individuelles Training) und Tobias Strobl (Kreuzbandriss) sind auch Mads Pedersen und Carlos Gruezo fraglich. Es gibt aber auch erfreuliche Nachrichten im Augsburger Lager: „Niklas Dorsch und Daniel Klein konnten sich nach unklaren Testbefunden freitesten“, klärt Irina auf: „Der zuletzt verletzte Niederlechner scheint sportlich wieder eine Option zu sein. Und auch Felix Uduokhai wird vermutlich wieder auf den Platz zurückkehren, darüber freue ich mich persönlich sehr.“

Die Bloggerin erwartet eine offenere Partie als im Hinspiel. „Eines kann man aber schon vorwegsagen: Augsburg wird das Spiel nicht machen, statistisch gesehen haben die Augsburger sehr wenig Ballbesitzanteile. Mit der erfrischenden Spielweise und dem Spielsystem (3-4-3 bzw. 3-4-1-2) kann die TSG den FCA in Verlegenheit bringen. Auf den defensiven Außen sind wir nämlich (noch) zu anfällig.“

So könnten sie spielen

TSG: Baumann – Posch, Grillitsch, Vogt – Kaderabek, Geiger, Stiller, Raum – Bebou, Kramaric, Baumgartner

FCA: Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago – Dorsch, Maier – Vargas, Caligiuri – Zeqiri, Hahn

Tipp Irina: 1:1 | Tipp Hoffenews: 2:1

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