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Vorschau: Schlagbare Unioner?

Beim 4:0-Sieg in Augsburg am vergangenen Wochenende erlebte die TSG Hoffenheim den besten Bundesliga-Auftakt ihrer Vereinsgeschichte. Doch der Gegner am zweiten Spieltag hat es aber schon wieder mächtig in sich: Zum ersten Heimspiel der Saison empfängt die Elf von Sebastian Hoeneß Union Berlin (Sonntag 15:30 / DAZN). Endlich werden auch wieder Heim-Fans auf den Tribünen zu sehen sein. Muss man sich vor Union in Acht nehmen? Oder ist das Team aus Köpenick nach einem Spiel unter der Woche erschöpft?

Klug verstärkt

Der Kader der Unioner hat sich im Sommer merklich verändert. Den Verein verlassen haben dabei Leistungsträger wie Marius Bülter, Christian Gentner, Florian Hübner oder Robert Andrich. Letzterer verließ den Klub erst letzte Woche für eine Ablöse in Höhe von 6,5 Millionen Euro in Richtung Leverkusen.

Doch viel beeindruckender ist die Seite der Neuzugänge: Neben Transfers von Stürmertalent Tymoteusz Puchacz, Frederik Rönnow, Rick van Drongelen, Rani Khedira, Levin Öztunali, Genki Haraguchi, Kevin Behrens und einigen mehr, konnten auch die Leihgaben Taiwo Awoniyi und Keita Endo fest verpflichtet werden. Ex-Stuttgarter Tom Baumgartl wurde zum vom PSV Eindhoven ausgeliehen. Ein alles in allem breit aufgestellter Kader, der – wie schon in den letzten Jahren – eine gute Balance zwischen erfahrenen Bundesligaspielern und vielversprechenden Talenten hält.

Voller Terminkalender

Durch das Abschneiden auf dem siebten Tabellenplatz in der vergangenen Spielzeit, ist die Mannschaft von Urs Fischer in dieser Saison einer Dreifachbelastung ausgesetzt. Und das bekommt sie auch von Beginn an zu spüren. Nach dem knappen 1:0 bei Türkgücü München in der ersten Runde des DFB-Pokals sowie dem 1:1 gegen Leverkusen zum Bundesliga-Auftakt, manövriert sich der Hauptstadtklub bereits durch die ersten englischen Wochen in den Play Offs für die UEFA Conference League. Am Donnerstag schlug man hierbei den finnischen Erstligisten Kuopion PS im Hinspiel auswärts mit 4:0. Vier Tage nach der Begegnung mit der TSG, kann Union den Einzug in den neuen Wettbewerb im Rückspiel perfekt machen.

Kann sich die TSG also Hoffnungen machen, dass Union vom Europapokal abgelenkt oder ausgepowert ist? Schon auf der Pressekonferenz nach dem Qualifikationsspiel stellte Fischer klar: „Das Rückspiel hab‘ ich nicht im Kopf. Ich habe Hoffenheim im Kopf.“ Auch wenn der Schweizer Coach gestand, dass seine Mannschaft selbstverständlich wenig Zeit zur Regeneration habe, machte er sich auch um die Fitness seiner Spieler keine Sorgen.

Neuzugang Voglsammer beim 4:0 gegen Kuopion PS in der Nachspielzeit. (Foto: imago images)

Personalsituation: „Auf einem guten Weg“

Auf Seiten der TSG ging es in der Pressekonferenz vor dem Spiel – wie so häufig in den letzten Wochen – vor allem um die Personalsituation. Neben den Langzeitverletzten Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic und Havard Nordtveit, wird auch Ihlas Bebou für die Partie am Sonntag nach wie vor nicht zur Verfügung stehen. Einsätze von Pavel Kaderabek und Florian Grillitsch seien laut Hoeneß fraglich, aber man sei hierbei schon auf einem guten Weg. Dennis Geiger, der gegen Augsburg noch angeschlagen fehlte, ist hingegen wieder einsatzbereit. Genauso wie Mittelfeldstratege Diadié Samassékou, der gegen den FCA schon für die Schlussviertelstunde eingewechselt wurde.

Bei den Gästen muss das Trainerteam verletzungsbedingt weiterhin auf Grischa Prömel und Fabio Schneider verzichten. Van Drongelen und Sheraldo Becker stehen dem Kader dafür wieder zur Verfügung.

Bloß nicht überschätzen

Wie die Unioner auflaufen werden, lässt sich noch nicht genau sagen. Zuletzt setzte Fischer auf eine Art 3-5-2-Formation mit sehr flexibler Offensivreihe. Gegen Kuopios wurde diese vor allem über flache Hereingaben in den Sechzehner gefährlich. Mit Max Kruse und Awoniyi haben die Berliner zwei Stürmer im Kader, die im gegnerischen Strafraum gerne viele Verteidiger auf sich ziehen und so für Trubel sorgen. Anfällig war der FCU besonders dann, wenn die Finnen mit mehreren Mann ins letzte Drittel stürmten. Auch gegen Leverkusen kassierte man ein Gegentor nach Konter.

Die TSG dürfte ihrerseits nach der 4:0-Gala in Augsburg wenige Gründe dafür haben, großartig umzustellen. Denkbar wäre es, Geiger oder Samassékou neben Rudy auf der Doppel-Sechs einzusetzen. Zudem rechnen wir mit einem Einsatz von Geroginio Rutter, der in nur knappen 20 Minuten Spielzeit inklusive Tor gegen Augsburg mächtig Werbung für sich gemacht hat. Wenn er für Dabbur in die Startelf rückt, könnte er in Hoeneß variablem 4-2-3-1-System von letzter Woche sowohl als Stürmer als auch als rechter Flügelspieler auflaufen.

Hoffenheim darf sich trotz besserem Liga-Auftakt keinesfalls überschätzen. Immerhin führte man sogar gegen den FCA bis zur 79. Minute lediglich mit 1:0, ehe die Fuggerstädter vollends zusammenbrachen. Und nur eine Woche zuvor, beim 3:2 n. V. gegen Viktoria Köln sah es ebenfalls alles andere als stimmig aus. Die sortierte und souveräne Vorstellung am vergangenen Wochenende macht dennoch Mut. Auch die Fans könnten am Sonntag ein Faktor werden. Das letzte Spiel vor Zuschauer:innen in der PreZero-Arena liegt immerhin zehn Monate zurück. Bislang sind knapp über 7.000 Tickets für Sonntag verkauft, 15.000 wäre zulässig. Wir sind uns sicher: Da geht noch was!

So könnten sie spielen

TSG: Baumann – Akpoguma, Posch, Vogt, Raum – Rudy, Samassékou – Baumgartner – Rutter, Kramaric, Bruun Larsen

FCU: Luthe – Friedrich, Knoche, Baumgartl, – Trimmel, Khedira, Puchachz – Haraguchi, Vogglsammer – Awoniyi, Kruse

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Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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Jakob Uebel
Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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