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Vorschau: Nicht zum Hochmut verleitln lassen

Nach dem überraschendem 2:0-Erfolg gegen RB Leipzig dürfte die Stimmung bei den Männern der TSG Hoffenheim aufgeweckt sein. Zur nächsten Aufgabe geht es für die Elf von Sebastian Hoeneß nun nach Mittelfranken zum Tabellenschlusslicht Greuther Fürth (15:30 Uhr / Sky). Gemeinsam mit Fürth-Experte Michael Fischer, Sportjournalist bei den Nürnberger Nachrichten, blicken wir in unserer Vorschau auf das Duell mit den Kleeblättern.

Tabellenschlusslicht ohne Spielglück

Während die bisherige Spielzeit aus Sicht der TSG eine einzige Leistungs-Achterbahn ist, könnte man Fürths dritte Bundesligasaison der Vereinsgeschichte als stagnierend beschreiben. Seit dem vierten Spieltag steht die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Lediglich Arminia Bielefeld konnte man bisher einen Punkt entlocken (1:1) und zählt nach zwölf Spieltagen in der Liga sowohl die wenigsten Tore (8) als auch die meisten Gegentore (35).

Wie sieht es dann mit der Aussicht auf Besserung aus? „Die Hoffnung schwindet mit jeder Woche ein bisschen mehr. Die Mannschaft hat zuletzt viele Rück- und Tiefschläge sehr gut verarbeitet und ist immer wieder mit erstaunlich breiter Brust zurückgekommen. Nach dem bitteren 0:1 zuhause gegen Mitaufsteiger Bochum spielte Fürth beispielsweise eine Woche später in Leipzig sehr stark auf und hätte zur Pause 2:0 oder 3:0 führen müssen. Danach verlor ein schwaches Kleeblatt 0:3 in Freiburg – und kam gegen Frankfurt wieder stark zurück.“, meint Michael.

Dennoch gingen die Partien gegen Leipzig und Frankfurt verloren, bei beiden Spielen fehlte zum Ende hin das Spielglück. Doch nicht nur dort offenbart sich eine große Baustelle im Verein.

Ausfälle über Ausfälle

Auf der Pressekonferenz vorm Spiel gegen die TSG musste Leitll wieder einmal personelle Hiobsbotschaften überbringen. Mittelfeldchef Paul Seguin wird mit Erkältung ausfallen, hinter Jetro Willems, Jeremy Dudziak und Max Christiansen stünden zudem Stand jetzt drei große Fragezeichen. Luca Itter wurde nach seiner Corona-Infektion aus der Quarantäne entlassen, für Samstag soll es allerdings höchstens für den Kader reichen.

Die Personallage ist schon seit längerem ein Problem, wie Michael erklärt: „Vor ein paar Wochen hatte Fürth fünf Corona-Fälle. Zudem hat sich der am Deadline-Day verpflichtete Abwehrchef Viergever verletzt und fällt noch ein paar Wochen aus, die anderen Innenverteidiger Hoogma und Jung brauchen nach Verletzung ebenfalls noch Zeit. Die größte Lücke ist aber wohl die linke Verteidigungsseite. Den Abgang von David Raum hat man in Fürth nicht auffangen können, zuletzt spielte dort Willems, der sich aber verletzt hat. Und sein Back-Up ist noch nicht fit. Es könnte also Rechtsverteidiger Meyerhöfer auf links rücken, auf rechts müsste dann entweder U20-Kapitän Asta oder Innenverteidiger Barry spielen. Beide ohne nennenswerte Bundesliga-Erfahrung.“

Vor einem Jahr noch auf der anderen Seite gekämpft: David Raum (Foto: Getty Images).

Auf Seiten der TSG ist die Verletztenliste ebenfalls nicht kurz. Neben Langzeitverletztem Ermin Bicakcic, fallen weiterhin Pavel Kaderabek, Robert Skov und Christoph Baumgartner aus. Marco John ist wieder ins Training eingestiegen, doch wird gegen den Aufsteiger noch keine Option sein. Das einzige Fragezeichen bei den Hoffenheimern steht noch hinter Oliver Baumann, der mit Krankheitssymptomen zu kämpfen hat. Seine Corona-Tests seien bisher aber alle negativ gewesen.

„Kein typischer Aufsteiger“

Mit breiter Brust aus dem Leipzig-Spiel dürfte die TSG wenig an der Spielweise vom vergangenen Wochenende ändern. Doch unterschätzen darf man die Franken selbstverständlich nicht, zumal sich die Kraichgauer bekanntermaßen an Aufsteigern gerne die Zähne ausbeißen. So verlor man vor zwei Wochen enttäuschend mit 0:2 in Bochum und erst im Dezember letzten Jahres schied man gegen Leitls Elf noch mit 6:7 im Elfmeterschießen aus dem Pokal aus. Für den Kleeblatt-Coach spielt das allerdings keine Rolle mehr. Seine Grün-Weißen erfuhren zuletzt eine 0:4-Klatsche in Gladbach. Nun hat man die Chance, das vor den eigenen Fans wieder gutzumachen.

Michael erwartet sogar ein Spiel mit mehr Anteilen der Hausherren: „Das Kleeblatt ist kein typischer Aufsteiger, der sich hinten reinstellt. Stefan Leitl versucht auch mit einem schwächeren Kader als in Liga zwei Fußball zu spielen und sehr aktiv zu sein. ‚Identität durch Intensität‘ hat er seine Philosophie mal genannt. Fürth wird versuchen, das Spiel zu machen und sehr aktiv zu sein. Das wird sicher Räume für Hoffenheim offenbaren, die unter anderem Raum sehr gut nutzen kann. Wozu er in der Lage ist, hat seine Entwicklung vom Ergänzungsspieler in Fürth zum Nationalspieler eindrucksvoll gezeigt.“

Mit dieser Einstellung wäre am Samstag – ob man es angesichts dieser nicht sonderlich schmackhaft klingenden Begegnung glauben mag oder nicht – vielleicht sogar ein offener Schlagabtausch möglich. Gegen Leipzig hat Hoffenheim gezeigt, dass man Situationen auch im letzten Drittel gut ausspielen und Konter effizienter nutzen kann. Fürth hingegen wird alles dagegensetzen – mit Leverkusen, Union Berlin und Borussia Dortmund werden die folgenden Aufgaben nicht leichter. Vielleicht kann man sich gegen Hoffenheim nun ein erstes Erfolgserlebnis einholen.

So könnten sie spielen

SGF: Burchert – Asta, Bauer, Sarpei, Meyerhöfer – Griesbeck – Tillman, Green – Leweling, Nielsen, Hrgota

TSG: Pentke – Akpoguma, Vogt, Posch, Raum – Grillitsch – Samassékou – Bebou, Kramaric, Rutter

Tipp Michael: 2:1 Tipp Hoffenews: 0:1

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Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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Jakob Uebel
Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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