Foto: Matthias Hangst/Getty Images
MännerVorbericht

Vorschau: „Mut und Risikobereitschaft sind gefragt“

Nach dem 3:1-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg geht es für die Herren der TSG Hoffenheim am Samstag in die Landeshauptstadt. Im baden-württembergischen Duell treffen die Kraichgauer um 15:30 Uhr (Sky) auf den VfB Stuttgart. Gemeinsam mit Andreas Zweigle und Sebastian Rose vom VfB-Blog Vertikalpass blicken wir auf die Partie voraus.

Das schwere zweite Jahr

Das zweite Jahr nach dem Aufstieg ist immer das schwerste – das bekommt auch Stuttgart zum Saisonstart zu spüren. Nach sechs Spieltagen stehen die Schwaben mit fünf Punkten auf dem 13. Tabellenplatz, für Andreas ist die bisherige Ausbeute aber kein Grund zur Beunruhigung. So sei der Auftakt „im Großen und Ganzen wie erwartet bei dem nicht gerade trivialen Auftaktprogramm. Aber ein bis drei Punkte hätten es schon mehr sein können.“ Gerade der jüngste Auftritt beim 0:0 gegen Aufsteiger VfL Bochum sei „ernüchternd“ gewesen.

Hoffenheim konnte derweil nach der kurzen Schwächephase gegen Mainz und Bielefeld wieder aufatmen. Gegen die bis dahin ungeschlagenen Wolfsburger zeigte man vor allem in der zweiten Halbzeit einen konzentrierten Auftritt und drehte nach 0:1-Rückstand die Partie. Trainer Sebastian Hoeneß zeigte auf der Pressekonferenz am Donnerstag entsprechend zufrieden, hatte jedoch auch Kritikpunkte.

„Die Stimmung in der Mannschaft war nach dem Sieg natürlich gut. Wir haben aber auch über die erste Hälfte gesprochen, in der nicht alles rund lief. Wir haben uns ein paar Mal verunsichern lassen. Für mich ist es wichtig, wie die Mannschaft auf den Rückstand reagiert hat. Es zeichnet uns aus, dass wir in der Lage sind, zurückzukommen und ein Spiel drehen können.“, stellte der 39-Jährige fest.

Ohne mehrere Leistungsträger gegen Hoffenheims Flankenkönige

Trotz des Negativerlebnisses gegen Bochum ist die Stimmung in Stuttgart weitgehend positiv. Andreas möchte daher nicht von Baustellen sprechen: „Wir haben den besten Sport-Direktor seit… ja, seit wann eigentlich? Seit Rolf Rüssmann? Einen hervorragenden Trainer, dessen Qualitäten Ihr sicher kennt. Und eine Mannschaft, die immer will.“ Die Leichtigkeit der vergangenen Saison lässt der VfB dennoch vermissen, was unter anderem personelle Gründe hat.

Gerade in der Offensive fehlen Stuttgart mit Silas Katompa Mvumpa und Saša Kalajdžić zwei Schlüsselspieler langfristig. Auch Momo Cissé, Lilian Egloff, Philipp Förster und Mohamed Sankoh fallen gegen die TSG aus. Trotz eines gut besetzten Kaders kann der VfB diese Ausfälle bisher nicht abfangen, wie Andreas erklärt: „Die Spieler aus der zweiten Reihe machen noch nicht die erhofften Entwicklungsschritte und unser Key-Player Wataru Endō scheint zudem am Ende seiner Kräfte angekommen.“

Hoffenheim bleiben ähnliche Probleme in dieser Saison noch erspart und zeigte sich gegen Wolfsburg im Vergleich zu den vorherigen Auftritten stark verbessert. Gerade über die Außen sorgte man dank guter Seitenverlagerungen und punktgenauer Hereingaben von Pavel Kadeřábek und David Raum immer wieder für Gefahr. Hoeneß erhofft sich dennoch Variabilität im Offensivspiel „Wir müssen uns dem Gegner anpassen. Wenn uns das Zentrum geöffnet wird, dann können wir auch darüber gefährlich sein. Zuletzt lief es jedoch gut über die Hereingaben von außen.“

(Foto: Matthias Hangst/Getty Images)

Kaum Änderungsbedarf vs. Suche nach der Startelf

Personell ändert sich für die TSG im Vergleich zu vergangener Woche wenig. Während Angelo Stiller und Sebastian Rudy wieder zur Verfügung stehen, fehlt Marco John aufgrund einer Kapselverletzung. Von den Langzeitverletzten kehrte Håvard Nordtveit in dieser Woche ins Mannschaftstraining zurück. „Das Spiel kommt aber noch zu früh für ihn“, erklärte Hoeneß. Auch in der Startformation gibt es wenig Anlass für Veränderungen.

VfB-Coach Pellegrino Mattarazzo ist hingegen noch auf der Suche nach der idealen Startelf. Dabei stellt sich nicht nur die Frage nach dem Personal, sondern auch der Grundordnung. Während die Stuttgarter gegen Bochum noch in einem 4-2-3-1 aufliefen, könnten sie gegen Hoffenheim zur Dreierkette zurückkehren.

Marc-Oliver Kempf dürfte dabei wohl in die erste Elf zurückkehren, wie Sebastian erklärt: „Rausrotieren könnten hingegen Hamadi Al Ghaddioui und Mateo Klimowicz, die in Bochum komplett blass blieben. Chris Führich, der einzige Lichtblick in der vergangenen Partie, hat dafür gute Chancen, schon beim Anstoß auf dem Feld zu stehen.“ Zudem könnte es eine Überraschung geben. „Vielleicht zaubert der Trainer auch überraschend einen der talentierten Youngsters aus dem Hut: Beim Spiel der U21 am Dienstag war keiner von ihnen im Kader – wie sonst üblich“, spekuliert Sebastian.

„Die Basics müssen stimmen“

Ob man das Duell Derby nennen will oder nicht, auf dem Platz bekam bei vergangenen Duellen meist viel geboten. Auch diesmal kann man von einem offensiven Schlagabtausch ausgehen, der jedoch von den beiden Abwehrreihen entschieden werden könnte. „Hoffenheim hat eine offensivstarke Mannschaft und viel Qualität im Team. Es liegt an uns, dass wir wieder unsere Qualität in der Defensive abrufen. Die Basics müssen stimmen, um gut ins Spiel zu kommen“, erklärte Mattarazzo auf der Pressekonferenz.

Stuttgart wird dabei auf Wiedergutmachung, aber auch auf Stabilität aus sein. „Ich rechne daher mit einem vorsichtigen Beginn und hoffe, dass sich der VfB in die Partie grooven kann. Nach dem offensiven Offenbarungseid vom vergangenen Sonntag sind gegen Hoffenheim Mut und Risikobereitschaft gefragt, sonst wird das nichts. Die Null darf gerne wieder stehen – aber bitte nur in der Defensive!“, betont Sebastian.

So könnten sie spielen:

VfB: Müller – Mavropanos, Anton, Kempf – Massimo, Mangala, Endō, Sosa – Coulibaly, Führich – Marmoush

TSG: Baumann – Kadeřábek, Vogt, Richards, Raum – Grillitsch, Samassékou – Baumgartner, Kramarić, Adamyan – Bebou

Tipp Vertikalpass: 3:2 |Tipp Hoffenews: 2:3

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Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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Louis Loeser
Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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