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Vorschau: Gegen Mainz kreativ werden

Vier Tage nach Schließung des Transferfensters in Deutschland, kehrt die Bundesliga der Männer in den Normalbetrieb zurück. Für die TSG Hoffenheim geht es dabei am heutigen Samstag gegen den FSV Mainz 05 (15:30 Uhr / Sky). Was passiert, wenn zwei Teams mit viel Qualität, aber ohne Konstanz aufeinandertreffen? Gemeinsam mit Felicitas Boos vom Mainz-Podcast Die Hinterhofsänger wollen wir das herausfinden.

Zweimal schwankend

Nachdem die 05er unter der Führung von Cheftrainer Bo Svensson eine wahrlich starke Hinrunde aufzeigten, bei der man sich sogar zwischenzeitlich im oberen Tabellendrittel aufhielt, befindet man sich aktuell in einem kleinen Formtief. Von den letzten fünf Pflichtspielen konnte lediglich eins gewonnen werden, alle anderen gingen verloren. Darunter zuletzt auch bittere Niederlagen gegen die Aufsteiger Fürth und Bochum. Für Svensson mangelte es dabei vor allem an Teamgeist, seine Elf spielte zu sehr für sich.

Auch Felicitas erklärt sich den Negativ-Trend mit individuellen Fehlern: „Bereits im letzten Spiel der Hinrunde war gegen Eintracht Frankfurt deutlich zu erkennen, dass Stammspieler wie Jonathan Burkardt, Silvan Widmer oder Karim Onisiwo überspielt sind. Auch Stefan Bell und Alexander Hack waren in ihren Leistungen nicht mehr konstant, was zu Beginn der Rückrunde zu individuellen Fehlern führte, die teilweise spielentscheidend waren. Durch wenig Rotation in der Startelf, einen bewusst gewählten kleinen Kader und einigen verletzten Spielern wie Dominik Kohr, Jeremiah St Juste und Moussa Niakhaté wirkte die Mannschaft nicht mehr ganz so frisch, wie zu Beginn der Saison, als solche Ausfälle leicht kompensiert werden konnten.“

Aber auch auf Seite der TSG darf man gerade nicht von Konstanz sprechen. Nachdem man bis nach Neujahr noch sieben Spiele in Folge unbesiegt blieb, musste man zuletzt gegen Union Berlin und Dortmund in der Liga sowie gegen Freiburg im Pokal drei Niederlagen hintereinander hinnehmen. Auf der Pressekonferenz vor dem Dell mit den Mainzern betonte TSG-Coach Sebastian Hoeneß jedoch, dass er – den Pokalauftritt explizit ausgenommen – auch zuletzt mit den Leistungen seiner Mannschaft immer zufrieden gewesen sei. Svensson beschrieb die jüngsten Ergebnisse der Kraichgauer ähnlich: „Wenn man die Spiele schaut, wundert man sich echt, dass es so ausgeht.“

Verstärkt gegen geschwächt?

Svensson kann für das Heimspiel erstmals wieder aus dem Vollen schöpfen: „Nun sind mit Dominik Kohr, Adam Szalai, Niklas Tauer und Marcus Ingvartsen wieder einige Spieler zurückgekommen. Das tut der Gruppe natürlich gut.“

Und nicht nur angeschlagene Spieler konnten in den Kader zurückkehren. Mit Delano Burgzorg hat sich der selbsternannte Karnevalsverein letzte Woche noch um einen Linksaußen verstärkt. Der Niederländer wechselt für die Rückrunde auf Leihbasis von Heracles Almelo. Sein Coach betonte auf der PK, dass er ihm bereits viel zutraue und er trotz der bisher wenigen Trainings-Einheiten davon überzeugt sei, dass Burgzorg dem Team helfen könne. Dass er gegen Hoffenheim im Kader steht, scheint also durchaus möglich.

Im Vorfeld von Trainer Svensson (l.) wieder in höchsten Tönen gelobt worden: EX-Hoffenheimer Adam Szalai (Mitte) kehrt nach seiner Verletzung gegen die TSG wieder zurück. (Foto: Juergen Schwarz/Getty Images)

Hoeneß hingegen musste auf der PK wie so häufig eine lange Verletztenliste aufzählen. Neben den Langzeitverletzten Ermin Bicakcic sowie Marco John, sind auch Robert Skov, Kevin Akpoguma, Pavel Kaderabek und Chris Richards „für Mainz noch kein Thema“.

Hoffenheim verstärkte sich im Winter mit dem aus Dallas ausgeliehenen Justin Che. Angesprochen auf die Frage, ob der Youngster bei derart vielen Ausfällen in der Abwehr schon an diesem Wochenende in der Startelf aushelfen müsse, legte sich der Trainer fest: „Für Justin kommt das Spiel als Startelfkandidat zu früh. Dafür hatte er auch zu lange keine Spielpraxis mehr.“

„Wir müssen kreativ werden“

Mit 340 zugelassenen Auswärtsfans (6.800 Zuschauer*innen insgesamt) wird von den Kraichgauern heute eine Reaktion gefordert. Hoeneß lobte die Mainzer Spielweise im Vorfeld und machte klar, dass er sich darauf einstellen muss, die aktive Rolle im Aufeinandertreffen anzunehmen: „Der Mainzer Fokus liegt vor allem viel gegen den Ball, die haben eine hohe Intensität und Laufbereitschaft und werden über hohe Balleroberungen versuchen, schnell Richtung Tor zu kommen.“

Die Schlussfolgerung daraus wird vermutlich sein, mit der letzten Reihe selbst nicht allzu hoch zu stehen und sich auf ein sortiertes Aufbauspiel zu konzentrieren. Der zurückgekehrte Abwehrchef und Kapitän Benjamin Hübner dürfte dabei von Vorteil sein. Schwieriger wird es, was die Position des Rechtsverteidigers bzw. rechten Schienenspielers betrifft. Ohne Kaderabek, Akpoguma und Skov gesteht Hoeneß: „Da haben wir nicht mehr so viele Möglichkeiten im Kader, deswegen müssen wir kreativ werden.“ Höchstwahrscheinlich wird – wie zuletzt gegen den BVB – Ihlas Bebou diese Position abdecken.

Felicitas spekuliert auf entscheidende Balleroberungen im letzten Zentrum: „Zuletzt sah Mainz gegen Hoffenheim immer stark aus. Hoffenheim besitzt nach vorne hohe individuelle Qualität, was bisweilen zu Kosten der defensiven Stabilität geht. Bisher ist das Hauptangriffsmuster von Hoffenheim darauf ausgelegt, die Stärken von David Raum auszuspielen. Auch wenn Hoffenheim gegen den BVB mehr Spielanteile hatte, waren ihre Aktionen selten Resultat des Offensivplans und insgesamt wenig zwingend. Sollte es de Hoffenheim gelingen, ihr Offensivspiel variabler zu gestalten und zu vielen Abschlussaktionen kommen, könnte die TSG Mainz in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Die Gefahr für Hoffenheim liegt in den extrem schnellen Umschaltmomenten der Mainzer. Hier könnte Burgzorg mit seinen 36 km/h eine entscheidende Rolle zukommen. Das Spiel der Mainzer wird darauf hin ausgerichtet sein Hoffenheim ins Zentrum zu locken und in den Halbräumen Balleroberungen zu erzwingen. Hier könnte es zu einem spannenden Duell zwischen den zweikampfstarken Mainzern und den Pressing-resistenten Achtern Hoffenheimern kommen.“

So könnten sie spielen 

FSV: Zentner – St. Juste, Bell, Niakhaté – Widmer, Stach, Aaron – J.-S. Lee, Barreiro – Burkardt, Onisiwo

TSG: Baumann – Posch, Grillitsch, Vogt – Bebou, Geiger, Raum – Baumgartner, Stiller – Kramaric, Rutter

Tipp Felicitas: 2:1 |Tipp Hoffenews: 2:3

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Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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Jakob Uebel
Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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