Foto: Daniel Kopatsch/Getty Images
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Vorschau: Flutlicht ohne Leckerbissen

Nach dem 5:1-Erfolg am Dienstag im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel steht für die TSG Hoffenheim in der heimischen PreZero Arena das nächste Flutlichtspiel an. In der Männer-Bundesliga treffen die Kraichgauer am Freitag (20.30 Uhr / DAZN) auf Hertha BSC. In unserer Vorschau blicken wir gemeinsam mit Hertha-Experte Marc Schwitzky (90plus / HERTHA BASE) auf das Duell mit der Alten Dame.

Der Faktor Zeit

Mit sechs Punkten aus den ersten sieben Spielen lief der Saisonstart für die Berliner nicht nach Plan und auch Trainer Pal Dardai sah sich harter Kritik ausgesetzt. Zuletzt gelang es ihm jedoch, seine Mannschaft zu stabilisieren und drei Pflichtspielsiege infolge einzufahren. Ein großer Faktor war dabei nach dem großen personellen Umbruch im Sommer die Zeit.

„Herthas Kader ist sehr spät zusammengekommen, mancher Transfer wurde noch am Deadline-Day abgewickelt. Man hat dem Saisonstart deutlich angemerkt, dass sich die Spieler untereinander, aber auch das Trainerteam den Kader noch beschnuppern müssen. Dardai sprach daher von einer ‚zweiten Vorbereitung‘“, erklärt Marc.

Vor allem die Länderspielpause nach der 1:2-Niederlage gegen Freiburg hat dabei geholfen, wie Marc ausführt: „Dort ist etwas mit dem Team passiert. Dardai hatte erstmals die Möglichkeit, lange und intensiv mit einem Großteil des Kaders zu arbeiten. Hier wurde massiv an den Grundtugenden gearbeitet und ein besseres Mannschaftsgefühl geschmiedet.“

Zudem kommt Dardais Stärke als Motivator wieder besonders zur Geltung. „Er hat ein besonderes Gespür für Spieler und das gewisse Etwas, was einen gesunden Kader ausmacht. Dadurch sind die Spiele beileibe nicht immer schön, aber Dardai schafft es gerade, eine Mannschaft zu entwickeln, die ihr Herz auf dem Feld lässt.“

Die Basics sitzen

Wie bereits in der ersten Amtszeit von Dardai sind es auch diesmal die Basics, die den „Big City Club“ auszeichnen, wie auch TSG-Coach Sebastian Hoeneß auf der Pressekonferenz vor dem Duell feststellte: „Berlin steht sehr kompakt und konzentriert sich auf die Grundlagen des Fußballs. Hertha lässt sehr wenig zu und hat das auch gegen starke Mannschaften bewiesen.“

Für eine nachhaltige Entwicklung reichten die bloßen Basics langfristig jedoch nicht. „Es braucht gewisse spielerische Elemente und eine fußballerische Identität, um die Mannschaft und das Umfeld nachhaltig mitzureißen. Daran scheiterte Dardai in seiner ersten Amtszeit. Es wird spannend zu sehen sein, ob er es nun – auch mit durchschnittlich besseren Spielern als damals – hinbekommt“, meint Marc.

Auch in Hoffenheim ist die Identitätssuche weiterhin noch nicht abgeschlossen. Gegen Kiel glänzte die Mannschaft von Sebastian Hoeneß zuletzt offensiv mit spielerischer Qualität sowie gegen den Ball mit hohem Anlaufen. Gleichzeitig ließ man den Störchen jedoch vor allem in der ersten Hälfte noch zu viele Räume, sobald die erste Pressinglinie überspielt war. Während es dem Team von Marcel Rapp kaum gelang, diese Fehler zu nutzen, sollte man sich gegen Hertha ähnliches nicht erlauben.

Freut sich in Sinsheim auf den Milchreis: Pal Dardai (Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images).

Rückrotation nach Pokal-Erfolgen

Auf Seiten der TSG gibt es mit Blick auf die Verletzten wenig Veränderungen im Vergleich zum Duell gegen Kiel. Marco John, Ermin Bicakcic, Pavel Kaderabek und Benjamin Hübner fallen weiterhin aus, hinter einem möglichen Einsatz von Christoph Baumgartner steht hingegen noch ein Fragezeichen. Der Österreicher befindet sich nach seiner Corona-Infektion weiterhin in Quarantäne, wäre jedoch wohl dank seines leichten Verlaufs bei einem negativen Test einsatzbereit. Zudem könnten nach der Rochade gegen Kiel Ihlas Bebou, Diadié Samassékou, Dennis Geiger und Florian Grillitsch zurück in die erste Elf rücken.

Hertha BSC muss derweil erneut auf die beiden Verteidiger Lukas Klünter und Jordan Torunarigha verzichten. Zuletzt rotierte Pal Dardai im Pokal gegen Preußen Münster ordentlich, um seine Spieler zu schonen. Mit Suat Serdar, Marco Richter, Maximilian Mittelstädt, Krzysztof Piatek, Peter Pekarik und Santiago Ascacibar könnten daher gleich fünf Spieler in die Startformation zurückkehren. Auch Niklas Stark, der zuletzt mit Adduktorenproblemen zu kämpfen hatte, steht wieder zur Verfügung.

Kein Leckerbissen

Die Vorzeichen deuten vor dem Duell zwischen der TSG und Hertha BSC nicht auf einen Fußball-Leckerbissen hin. Nach der Englischen Woche erwartet Marc gerade zu Beginn eine umkämpfte Partie: „Danach wird Hertha das Spiel der letzten zwei Wochen anstreben: Dem Gegner mehr vom Ball lassen, kompakt stehen und dann über Konter und Standards gefährlich werden – Dardai-Fußball eben, der aber bereits Frankfurt und Gladbach weh tat, wieso nicht also auch Hoffenheim.“

Es werden dabei vor allem die Nordbadener sein, die Lösungen gegen die konzentrierte Defensive des Hauptstadt-Klubs finden müssen. Während das Team in der bisherigen Saison oft mit Flanken agierte, wird dies gegen die kopfballstarke Innenverteidigung der Berliner jedoch wohl kaum von Erfolg gekrönt sein. „Gleichzeitig muss Hoffenheim defensiv immer wach sein, da Hertha durch Flanken – teilweise bereits aus dem Halbfeld – oder auch Tempoläufe – Serdar, Darida und Richter sind da entscheidend – sofort gefährlich werden kann“, erläutert Marc.

So könnten sie spielen

TSG: Baumann – Posch, Grillitsch, Richards – Akpoguma, Samassékou, Geiger, Raum – Kramaric – Bebou, Rutter

BSC: Schwolow – Pekarik, Boyata, Dardai, Mittelstädt – Serdar, Ascacibar – Richter, Jovetic, Maolida – Piatek

Tipp Marc: 1:1 | Tipp Hoffenews: 2:1

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Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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Louis Loeser
Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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