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Vorschau: Eine Serie fortsetzen, die andere brechen

Nach dem furiosen 6:3-Erfolg bei Greuther Fürth empfangen die Bundesliga-Herren der TSG Hoffenheim am Samstag (15:30 Uhr / Sky) in Sinsheim Eintracht Frankfurt. Gemeinsam mit SGE-Anhängerin Lisa Rothenburger blickt Hoffenews auf das Duell gegen die Hessen voraus.

Eine ganz andré Mannschaft

Der Saisonstart der Eintracht stand unter dem Zeichen des Umbruchs. Neben Trainer Adi Hütter musste die Eintracht ebenso die Abgänge von André Silva (RaBa Leipzig) und Luka Jovic (Real Madrid, nach Leihe) verkraften. Ihre Nachfolger Rafael Borré und Jens Petter Hauge unterscheiden sich in ihrem Spielstil stark von den beiden Angreifen. Entsprechend schwer tat sich das Team, sich von alten Mustern zu lösen.

„Die Startschwierigkeiten ohne einen Stürmer wie Silva waren deutlich zu sehen und auch die Kaltschnäuzigkeit von Jovic hat in der ein oder anderen Situation gefehlt“, meint auch Lisa: „Trotz alle dem hat sich das Team und der Trainer in den letzten Wochen weiterentwickelt und viel voneinander lernen können, wodurch die Art und Weise, wie die Eintracht jetzt Tore schießt, eine andere ist als noch zum Beginn der Saison.“

Weg von alten Mustern

So war das Spiel der Frankfurter in den vergangenen Jahren stark auf lange Bälle in die Spitze sowie Flanken der starken Außenbahnspieler ausgelegt. Während dies zu Beginn dieser Spielzeit noch zu einer starken Abhängigkeit von Filip Kostic und eindimensionalen Angriffen führte, entwickelte das Team zuletzt jedoch neue Wege ins Angriffsdrittel.

Lisa führt dazu aus: „Glasner versucht, die Mannschaft weg zu bekommen vom Spielzug ‚Ball auf Kostic, Flanke, Torversuch‘, wodurch das Spiel unberechenbarer wird. Dies gelingt der Mannschaft mittlerweile zum Glück immer besser, sodass der Spielaufbau schon bewusst in der eigenen Hälfte stattfindet und die Bälle flach, mit meistens ankommenden Pässen (Sow hat eine Passquote von fast 85%), übers Mittelfeld nach vorne gespielt werden und dann in der ein oder anderen Situation zu einem Tor führen.“ Leichtfertige Ballverlust und ungenaue Zuspiele könne das Team dennoch noch nicht vollständig abstellen.

Auch neben dem Platz unterscheidet sich Glasner von seinem Landsmann Hütter. Gerade in seiner Kommunikation wirke der Österreicher laut Lisa wesentlich nahbarer: „Er erklärt viel und tut dies, ohne arrogant oder von oben herab zu wirken. Zusätzlich hat man als Fan das Gefühl, dass er die Mannschaft genauestens unter die Lupe genommen und sich mit den verschiedenen Charakteren auseinandergesetzt hat, sodass sich diese Arbeit auch in den Ergebnissen so langsam bemerkbar macht.“

Muss die Eintracht neu erfinden: Trainer Oliver Glasner (Bild: Matthias Hangst/Getty Images)

Glasner hat die „Qual der Wahl“

Personell kann Glasner derzeit aus dem Vollen schöpfen und hat gegen die TSG die „Qual der Wahl“. Nach den Englischen Wochen durch die Europa League hatte die Eintracht diesmal eine ungestörte Spielvorbereitung, Rotation ist deshalb nach dem jüngsten 2:1-Erfolg gegen Union Berlin nur punktuell zu erwarten.

Bei der TSG bleiben derweil neben den drei sicheren Ausfällen von Ermin Bicakcic, Robert Skov und Jakob Bruun Larsen drei Fragezeichen. So entscheidet sich bei Sebastian Rudy, Pavel Kaderabek und Christoph Baumgartner erst kurzfristig, ob sie in den Spieltagskader zurückkehren können. Oliver Baumann wird derweil nach überstandener Krankheit wieder im Tor stehen. Zudem könnte Andrej Kramaric, der nach seiner Kopfverletzung bei der kroatischen Nationalelf in Fürth zumindest wieder auf der Bank Platz nahm, für Munas Dabbur in die Startelf rücken.

„Das vermutlich formstärkste Team der Liga“

Durch den Erfolg in Fürth gelangen den Kraichgauern am Samstag erstmals seit Saisonbeginn zwei Bundesliga-Siege infolge. Um diese Serie gegen Frankfurt auszubauen, bedarf es vor allem in der Defensive jedoch eines konzentrierteren Auftritts. Während das Angriffsduo aus Georginio Rutter und Ihlas Bebou in Mittelfranken für Spektakel sorgte, unterliefen der TSG im eigenen Defensivdrittel unter Druck gleich mehrere leichtfertige Ballverluste.

Für Sebastian Hoeneß kommt mit Frankfurt nun das „vermutlich formstärkste Team der Liga“ nach Sinsheim, weshalb der Trainer vor allem in der Offensive Kaltschnäuzigkeit einfordert.  „Wir müssen uns gegen einen starken Gegner von der besten Seite präsentieren, wollen nachlegen und unsere Heimserie ausbauen. Es wird ein spannendes Spiel auf Augenhöhe. Wir wollen unsere Chancen effektiv nutzen, damit wir die Partie auf unsere Seite ziehen können“, erklärte Hoeneß auf der Pressekonferenz und verwies dabei auch auf die intensive Spielweise der Frankfurter.

Auch Lisa erwartet ein offenes und schnelles Spiel, das auch für die Tabellenkonstellation richtungsweisend sein könnte: „Die beiden Mannschaften trennen zwar sieben Plätze in der Tabelle aber eben auch nur zwei Punkte, daher ist es gerade für uns ein wichtiges Spiel, um die liegengelassenen Punkte vom Anfang der Saison wieder gut zu machen und den Anschluss an die vordere Tabellenhälfte nicht zu ‚verlieren‘“.

Die Niederlagenserie beenden

Die jüngste Duellstatistik spricht dabei für die Frankfurter. So konnte die TSG zuletzt im April 2017 einen Dreier gegen die SGE einfahren, vor dreieinhalb Jahren gelang das letzte Remis. Seitdem setzte es sechs Niederlagen, doch Serien sind bekanntlich da, um gebrochen zu werden.

Ob das Duell vor Zuschauer*innen stattfinden kann, ist derzeit noch nicht sicher. So kündigte die baden-württembergische Landesregierung zum Wochenbeginn Geisterspiele an, ein entsprechender Entschluss, der ab Samstag in Kraft treten soll, lag bis Donnerstagnachmittag jedoch noch nicht vor.

So könnten sie spielen

TSG: Baumann – Posch, Grillitsch, Vogt – Akpoguma, Geiger, Samassékou, Raum – Kramaric – Bebou, Rutter

SGE: Trapp – Tuta, Hasebe, Ndicka – Sow, Jakic – Chandler, Kostic – Lindström, Kamada – Borré

Tipp Lisa: 2-3 | Tipp Hoffenews: 2-1

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Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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Louis Loeser
Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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