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AktuellesHoffenheimrund um die TSGVorberichtVorschau

Vorschau: Die Mannschaften mit dem (Anti-)Lauf

Zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde wartet in der Sinsheimer PreZero-Arena ein Duell der Gegensätze. Die zuletzt erfolgreichen Herren der TSG Hoffenheim empfangen ein kriselndes Borussia Mönchengladbach. Hoffenews blickt gemeinsam mit Jonas Horvath von schwarzweissgruen auf die Partie und die Lage am Niederrhein.

Ein folgenschwerer Fehlpass

Lauf trifft auf Anti-Lauf: Während die TSG ihre ungeschlagene Serie in Leverkusen auf fünf Spiele erhöhte, kassierte die Borussia zuletzt vier Niederlagen am Stück. Der Negativstrudel habe mit einem Fehlpass von Florian Neuhaus im Rheinderby beim 1. FC Köln begonnen, erzählt Jonas. Der Mittelfeldakteur leitete das zwischenzeitliche 2:1 von Mark Uth ein. Am Ende schraubte der „Effzeh“ das Ergebnis sogar auf 4:1 in die Höhe. „Bis zu diesem gravierenden Fehlpass war die Mannschaft mit dem 1:1 ins Spiel zurückgekommen. Seitdem ist das Team nicht mehr wiederzuerkennen und komplett verunsichert. In einer derartigen Situation hat der Verein schon lange nicht mehr gesteckt, sie ist absolut besorgniserregend“, berichtet der Borussia-Experte.

Auf die 1:4-Derbyniederlage folgte ein 0:6 gegen den SC Freiburg, ein 1:4 bei RB Leipzig und zuletzt ein 2:3 gegen Eintracht Frankfurt. Das macht zusammen 17 Gegentore in vier Begegnungen – in Gladbachs Defensive könnten derzeit auch Omnibusse wenden. „Es häufen sich vermehrt individuelle Fehler, selbst von den erfahrenen Kräften, die die jüngeren Spieler führen sollten“, betont Jonas und versucht, die Krise zu ergründen: „Der ein oder andere Spieler scheint, gedanklich nicht mehr vollständig bei der Borussia zu sein bzw. kann nicht anerkennen, dass es gerade um mehr geht, als sich selbst ins Schaufenster zu stellen.“

Auch Trainer Adi Hütter, der vor der Saison für die Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt losgeeist wurde, wirkt derzeit machtlos. „Es ist für Hütter keine einfache Zeit, weil er nicht viele Optionen hat. Die suboptimale Saisonvorbereitung, die zahlreichen Ausfälle und einige formschwache Spieler lassen keinen größeren Handlungsspielraum bei den Aufstellungen zu“, erklärt Jonas.

Hoeneß und die „interessanten Plätze“

Völlig konträr ist dagegen die Gemütslage in Hoffenheim. Durch das späte, aber verdiente 2:2 am Mittwoch bei Bayer Leverkusen blieb die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß auf dem vierten Rang. „Ein interessanter Platz“, wie der Hoffenheimer Fußballlehrer gebetsmühlenartig betont, um Wörter wie „Champions League“ oder „europäisches Geschäft“ gar nicht erst in den Mund zu nehmen.

Mit einem Sieg gegen die Borussia könnte die TSG ihre drittbeste Bundesliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte spielen. Dabei muss Hoeneß weiterhin auf Marco John, Robert Skov, Jacob Bruun Larsen und Ermin Bicakcic verzichten. Fragezeichen stehen hinter Kevin Akpoguma (Wadenprobleme) und Georginio Rutter, der bereits angeschlagen in das Leverkusen-Spiel ging. „Das Fragezeichen bei Angelo Stiller ist hingegen kleiner“, schilderte Hoeneß auf der Pressekonferenz.

Bebou bleibt

Offensiv wie defensiv hat der Coach ohnehin genügend Optionen. Dazu zählt auch Ihlas Bebou, der am Freitag seinen Vertrag vorzeitig bis 2026 verlängerte. Der Angreifer ist mit fünf Saisontreffern Hoffenheims bester Torschütze. „Ihlas hat uns aufgrund seiner Dynamik und Torgefahr in vielen Spielen geholfen. Er ist immer schwierig zu verteidigen. Neben seinen fußballerischen Qualitäten ist er auch ein echter Teamplayer“, lobte Hoeneß seinen Schützling.

Bester TSG-Torschütze und bis 2026 gebunden: Ihlas Bebou (Foto: Alexandra Beier / Getty Images).

Ob Bebou gegen Gladbach ebenfalls von Beginn an spielen wird, bleibt abzuwarten. Aufgrund der „Englischen Woche“ ist mit einigen Änderungen in der Startelf zu rechnen. Gerade die Einwechselspieler Pavel Kaderabek, Munas Dabbur sowie die angeschlagenen Rutter und Stiller überzeugten zuletzt in Leverkusen. Dennis Geiger steht den Kraichgauern indes wieder zur Verfügung.

Auf der Gegenseite geht Gladbach auf dem Zahnfleisch. „Nico Elvedi bleibt fraglich und Manu Koné fehlt gelb-gesperrt“, informiert Jonas, der sich eine Rückkehr von Christoph Kramer und Lars Stindl in die Anfangself vorstellen kann.

Hütter, der Hoffenheim-Schreck

Eine große Erwartungshaltung für das letzte Spiel des Jahres hat Jonas nicht: „Mir fällt gerade kein Szenario ein, in dem es den Fohlen gelingen sollte, überhaupt einen Punkt mitzunehmen. Dazu waren die Leistungen in der Fremde, unabhängig von der Niederlagenserie, viel zu durchwachsen.“

Eine Statistik dient der Borussia dann doch als Hoffnungsschimmer. Denn Hütter gewann mit der Eintracht all seine sechs Duelle gegen die TSG. So problematisch wie diesen Samstag war die Ausgangslage für den Coach allerdings noch nie.

So könnten sie spielen

TSG: Baumann – Posch, Grillitsch, Vogt – Kaderabek, Samassékou, Geiger, Raum – Bebou, Dabbur, Kramaric

BMG: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini, Netz – Zakaria, Kramer – Stindl – Embolo, Thuram

Tipp Jonas: „Normalerweise tippe ich nicht. Ich würde mich aber nicht wundern, wenn das Spiel mit 0:3 aus der Sicht der Borussia ausgeht.“

Tipp Hoffenews: 2:2

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