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Vorschau: Der nächste offene Schlagabtausch?

Nach der Länderspiel-Pause hat die TSG Hoffenheim am Samstag (15:30 Uhr/Sky) in der Männer-Bundesliga den Tabellensiebten Mainz 05 zu Gast. In unserer Vorschau blicken wir mit dem Blogger und Autor Oliver Heil auf das Duell mit den Rheinhessen.

Neuzugänge „mit Hand und Fuß“

Wenige Tage nach der 2:3-Niederlage der TSG bei Borussia Dortmund schloss das deutsche Transferfenster. Während die Kraichgauer noch einmal kurz vor Verstreichen der Frist Innenverteidiger Chris Richards (FC Bayern) für ein zweites Gastspiel gewinnen konnten, rundeten die Mainzer mit der Leihe von Angreifer Marcus Ingvartsen (Union Berlin) ihre Transferphase ab. Oliver stellt Sportdirektor Martin Schmidt und Christian Heidel insgesamt ein gutes Zeugnis aus: „Der Kader wurde verkleinert, was auch Wunsch von Bo Svensson war, hat aber nicht an Qualität verloren.“

So sei Rechtsverteidiger Silvan Widmer im Vergleich zu seinem Vorgänger Danny Da Costa der komplettere Spieler. Und auch alle weiteren Neuzugänge haben „Hand und Fuß“, wie Oliver erklärt: „Anderson Lucoqui hat auf Links offensiv gegen Fürth überzeugt, wirkt nach hinten allerdings noch etwas wild. Jae-sung Lee bringt Potenzial für mehrere Offensivpositionen mit und Anton Stach ist ein junger Spieler mit großer Perspektive.“ Ingvartsen kennt Trainer Svensson zudem bereits aus gemeinsamer Zeit in Dänemark und vergrößert die Auswahl in der Offensive der 05er.

Dem gegenüber stehen nur wenige schmerzhafte Abgänge. So konnten Schlüsselspieler wie Jeremiah St. Juste oder Moussa Niakhaté gehalten werden. Mit Robin Quaison, den es nach Saudi-Arabien zog, wurde zudem ein Top-Verdiener von der Gehaltliste gestrichen und auch der Verkauf von Torwart Florian Müller zum VfB Stuttgart brachte rund fünf Millionen Euro ein. Weitere Abgänge wie Pierre Kunde (Olympiakos Piräus), Levin Öztunali (Union Berlin) oder Danny Latza (Schalke 04) fallen hingegen kaum ins Gewicht. Einzig Philipp Mwene hätte man gerne gehalten – „und für den wurde mit Lucoqui prompt Ersatz geholt. Der Schmerz ist also höchstens ein leichtes Jucken“, wie Oliver gesteht.

Turbulenter Saisonstart

Nach drei Spieltagen steht die TSG in der Tabelle zwei Punkte hinter Mainz 05 auf dem neunten Rang. Anders als die Position vermuten lässt, war die Ausgangslage vor dieser Saison für den selbsternannten Karnevalsverein denkbar ungünstig. „Der halbe Kader in Corona-Quarantäne, trotzdem RB geschlagen, dann sang- und klanglos in Bochum verloren und anschließend den Fürth-Fluch besiegt“, resümiert Oliver den turbulenten Saisonstart.

Umso beachtlicher ist die bisherige Punkteausbeute: „Das 3:0 gegen Fürth war der erste Sieg mit mehr als einem Tor Unterschied unter Bo Svensson. So kann es gerne weitergehen! Sechs Punkte nach den ersten drei Spielen sind sechs mehr als in den letzten beiden Spielzeiten zu diesem Zeitpunkt.“ Auch auf Seiten der Hoffenheimer kann man mit vier Punkten aus drei Spielen zufrieden sein. Gerade im jüngsten Duell mit dem BVB zeigte das Team von Sebastian Hoeneß einen beherzten Auftritt und kassierte erst kurz vor Schluss den Todesstoß durch Erling Haaland.

Erzielte gegen Fürth sein erstes Saisontor: Ex-Hoffenheimer Ádám Szalai (Foto: imago images)

Svensson kann aus dem Vollen schöpfen

Personell fehlen auf Seiten der TSG weiterhin die Langzeitverletzten Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic und Havard Nordtveit. Kevin Akpoguma befindet sich zudem aufgrund einer Corona-Infektion in Quarantäne, Trainer Sebastian Hoeneß gab auf der PK jedoch Entwarnung: „Zu Beginn hatte er leichte Symptome, diese waren aber schnell weg. Er trainiert schon wieder virtuell mit unseren Trainern.“ Einzig hinter Ihlas Bebou stehe ein Fragezeichen: „Da müssen spontan entscheiden.“ Mit Pavel Kaderabek und Florian Grillitsch sind dagegen zwei Startelf-Kandidaten wieder einsatzbereit. Zudem bieten sich Hoeneß durch die Verpflichtung von Chris Richards mehr Alternativen in der Defensive.

Bo Svensson kann hingegen aus dem Vollen schöpfen, wobei auch Ádám Szalai nach seinem falsch-positiven Corona-Test bei der ungarischen Nationalmannschaft zur Verfügung steht. Neuzugang Ingvartsen konnte derweil aufgrund seiner Nominierung für die dänische Nationalelf kaum mit dem Team trainieren und wird wohl zunächst auf der Bank Platz nehmen. Oliver erwartet daher wenig Rotation: „Ich kann mir gut vorstellen, dass dieselbe Elf wie gegen Fürth aufläuft, wobei ja nach einer Länderspielpause immer ein bisschen Rätselraten herrscht.“

„Könnte ein offener Schlagabtausch werden“

Wie zuletzt gegen Dortmund, verspricht auch das anstehende Spiel gegen Mainz einen hohen Unterhaltungswert. Beide Teams geben sich nur selten mit abwartendem Defensivfußball zufrieden. Auch Hoeneß sieht vor dem Spiel Parallelen. „Bo Svensson steht für eine klare Spielphilosophie. Die Mainzer spielen körperlich aggressiv und schalten nach dem Ballgewinn sehr schnell um. Zudem ist Bo am Spielfeldrand emotional und ‚positiv verrückt’“, sagte der 39-Jährige angesprochen auf seinen Kollegen.

Auch Oliver erwartet daher auf beiden Seiten ein schnelles Vertikalspiel mit einem leichten Vorteil für die TSG in Sachen Passgenauigkeit: „Wenn Mainz mit der Intensität und Laufbereitschaft ins Spiel geht, wie man es aus der Rückrunde kennt, könnte das Ganze aber ein offener Schlagabtausch werden. Auf jeden Fall freue ich mich auf meine erste Auswärtsfahrt seit 2 Jahren!“

Die Bilanz spricht dabei gegen die TSG. So konnte Mainz zehn der bisherigen 24 Bundesliga-Duelle gewinnen (7 TSG-Erfolge, 7 Remis). In der vergangenen Saison holten die Hoffenheimer zudem nur einen Punkt gegen den FSV – es wäre also wieder an der Zeit für einen Heimerfolg.

So könnten sie spielen

TSG: Baumann – Kaderabek, Vogt, Richards, Raum – Rudy, Stiller – Baumgartner, Kramaric, Bruun Larsen – Rutter

M05: Zentner – St. Juste, Bell, Niakhaté – Widmer, Kohr, Lucoqui – Barreiro, Boetius – Burkardt, Szalai

Tipp Oliver Heil: 2:2 | Tipp Hoffenews: 3:2

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Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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Louis Loeser
Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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