Foto: imago images
AktuellesFansFanszene

TSG-Ultragruppierung kritisiert Bundesliga-Rückkehr: „Das menschliche Wohl muss weit über finanziellen Interessen stehen“

Die TSG-Ultragruppierung Crescendo Hohenlohe 07 hat in einem Statement die Wiederaufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga am kommenden Wochenende scharf kritisiert. Auf ihrer Website schrieb die Fangruppe: „Weder sportlich noch menschlich halten wir die Fortsetzung des Spielbetriebes für sinnvoll oder verständlich.“

So sei man sich bewusst, „dass Vereine ohne Einnahmen in schwere finanzielle Not geraten.“ Es müsse jedoch „das menschliche Wohl weit über finanziellen Interessen stehen.“ CH07 nimmt dabei neben der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auch die Bundesregierung in die Pflicht. Die Gruppierung fühlt sich zudem, angesichts der anstehenden Geisterspiele, von den Klubs nicht ernstgenommen.

CH07 fühlt sich von DFL nicht ernstgenommen: „Wir sind keine Marionetten“

So stieß unter anderem die Idee von Fortuna Düsseldorf, während den Spielen Stimmung vom Band laufen zu lassen, bei den Fans sauer auf. Auch wenn die DFL die Maßnahme bereits untersagt hat, fühlen sich die Ultras durch den Vorstoß in ihrem Eindruck bestätigt. Sie betonten: „Wir sind, auch wenn die DFL das partout nicht begreift, keine Marionetten. Einen Fan, der seinen geliebten Verein im Stadion unterstützt, kann gar nichts ersetzen!“

Darüber hinaus appelliert Crescendo an die Vorbildfunktion der Bundesliga. So sei es seltsam, „dass man den Kindern verbieten muss mit ihren Freunden Fußball zu spielen, obwohl dies ihre Idole dann doch tun.“ Auch die Tatsache, dass ein Kontaktsport wie Fußball gespielt werden kann, während die Bevölkerung „mit Masken rumlaufen und Abstand halten“ soll, ist für die Anhänger nicht nachvollziehbar.

TSG-Ultras kritisieren „verlorene Bodenhaftigkeit und Gier im Profifußball“

Die finanziellen Probleme, vor denen viele Bundesligisten derzeit stehen, hält CH07 derweil zum großen Teil für selbstverschuldet. „Die Entscheidung, sich in eine derartige finanzielle Abhängigkeit vom Bezahlfernsehen zu begeben, haben die Funktionäre ganz alleine getroffen“, schrieb die Gruppierung und prangerte „die verlorene Bodenhaftigkeit und Gier im Profifußball“ an. Zudem betonte Crescendo, dass man nicht davon ausgehe, dass sich durch die derzeitige Krise in Zukunft etwas am Geschäftsmodell der Profiklubs ändern könnte.

Abschließend wandte sich die Gruppe auch an die TSG Hoffenheim und forderte die Kraichgauer auf, Stellung zu beziehen. Die Gruppe stellte klar: „Wir finden es auch mehr als zweifelhaft, dass unser Verein hier keine öffentliche Meinung hat.“ Zudem bat Crescendo Hohenlohe die Fans, „an den Spielen nicht zu den Stadien zu fahren, sich nicht privat in Gruppen zu treffen und nicht aus der Not heraus sämtliche Abos zu unterschreiben.“

0 0 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Top Reviews

ANZEIGE

Video Widget

gallery

0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x