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TSG-Teamarzt Dr. Thomas Frölich kritisiert Spielbetrieb „ohne sichtbare Einschränkungen“

Bereits in der vergangenen Woche sorgte TSG-Mannschaftsarzt Dr. Thomas Frölich mit seinen Vorschlägen für Regelanpassungen während der Coronakrise für Aufsehen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bestärkte er nun seine Kritik, dass Spieler während der 90 Minuten nicht ausreichend geschützt seien.

„Von der medizinischen Seite her ist das Konzept nach meinem Dafürhalten schlüssig durchdacht“, sagte Frölich, betonte aber: „Gleichwohl hätte ich mir gewünscht, dass wir mehr Rücksicht direkt auf dem Spielfeld nehmen, also während des Spiels.“ So habe die DFL „bis kurz vor dem Anstoß“ Hygienemaßnahmen getroffen, während dem Spiel bleibe aber alles beim Alten.

TSG-Arzt Dr. Thomas Frölich: „Es ist kein gutes Beispiel, ohne sichtbare Einschränkungen einfach loszuspielen“

„Den normalen Bürgern, vor allem den Kindern, ist es doch schwer zu vermitteln, dass in den 90 Minuten beim Fußball alles außer Kraft gesetzt wird, was gerade mühsam in den Alltag eingebaut wurde. Auch für mich ist das schwer nachvollziehbar“, erklärte der Mediziner und schlug deshalb unter anderem erneut vor, Eckbälle durch Einwürfe zu ersetzen, um Spieleransammlungen zu vermeiden.

Daneben sollen die Spieler, wenn es nach Frölich geht, sich nicht mehr nach Fouls aufhelfen und Schiedsrichter sollten früher Abpfeifen. Auch die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes hält der 61-Jährige für sinnvoll: „Es ist für mich kein gutes Beispiel, ohne sichtbare Einschränkungen einfach loszuspielen. Theoretisch könnten wir auf den Mundschutz die Nummer der Spieler schreiben – oder das könnte sogar eine weitere Werbefläche sein …“

TSG-Arzt prophezeit Saisonabbruch, „wenn generell die ganze Mannschaft in Quarantäne geschickt werden sollte“

Im Bezug auf zukünftige Corona-Erkrankungen bei Bundesligaprofis sagte Frölich zudem einen Saisonabbruch vorher, sollten die Mannschaften von den Gesundheitsämtern in Quarantäne geschickt werden. Der frühere Arzt des VfB Stuttgart stellte klar: „Wenn es so kommt, dass generell die ganze Mannschaft in Quarantäne geschickt wird, dann können wir diese Saison nicht fertig spielen. Mit Sicherheit nicht!“

Frölich schlug deshalb vor: „Eigentlich müssten die Ämter einen Spezialisten abstellen, der sich vielleicht auch im Fußball gut auskennt, der aber nicht nur mit den Verantwortlichen in den Vereinen Rücksprache hält, sondern beispielsweise anhand von Videoaufzeichnungen nach einem Spiel auch überprüft, mit wem der infizierte Spieler Kontakt hatte.“

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