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TSG-Kapitänin Leonie Pankratz über Rückkehr der Frauen-Bundesliga: „Hätten gerne vorher eine Stimme gehabt“

Am Montag entschied der DFB, die Frauen-Bundesliga sowie die 3. Liga – vorbehaltlich behördlicher Anordnungen – am 29. Mai nach über zweimonatiger Pause fortzusetzen. Kapitänin Leonie Pankratz von der TSG Hoffenheim freut sich über den Re-Start, hätte sich jedoch gewünscht, dass der Verband auch die Spielerinnen in die Entscheidung miteinbezogen hätte.

„Für uns ist wichtig, dass eine Entscheidung getroffen wird, weil wir gerade alle ziemlich in der Luft hängen“, sagte die Verteidigerin in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Der Beschluss, die Saison an Pfingsten fortzusetzen, sei deshalb eine „Erleichterung“. Derzeit trainieren die TSG-Frauen in Kleingruppen. Pankratz betonte dabei die Bedeutung der Hygienemaßnahmen.

„Konzept ist nur dann gut, wenn es auch im Operativen funktioniert“

„Ein Konzept ist immer nur dann gut, wenn es auch im Operativen funktioniert“, erklärte die 30-Jährige. So sei es wichtig, dass sich jeder Einzelne an die Auflagen halte. Im Trainingszentrum in St. Leon-Rot achte man deshalb sehr genau auf die Einhaltung des Hygienekonzepts: „Wir sind sehr penibel und achten darauf, Abstand zu halten und Kontakte zu vermeiden.“

„Als Fußballer haben wir schon das Privileg, dass wir weiterspielen dürfen. Wir sollten deshalb versuchen, dass wir das nicht in Gefahr bringen“, fügte Pankratz hinzu. Dass sie und ihre Mitspielerinnen trotz der Maßnahmen auch gewisse Ängste haben, bestreitet sie jedoch nicht: „Natürlich geht man da mit einem anderen Gefühl in Zweikämpfe.“

Ihre Sorgen hätte die gebürtige Gießenerin auch gerne bei der Entscheidung, die Saison fortzusetzen eingebracht. Die Spielerinnen wurden jedoch erst nach dem Beschluss des DFB von ihren Vereinen involviert. „Wir Spielerinnen hätten wirklich gerne vorher eine Stimme gehabt“, bedauerte Prankratz.

Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

„Es ist auf jeden Fall eine Wettbewerbsverzerrung“

Die Defensivspezialisten zeigte sich jedoch zufrieden über das Gespräch mit der TSG im Anschluss an die Entscheidung. Demnach habe ein offener Austausch stattgefunden und es sei keine Spielerin dazu gezwungen zu spielen. Während sich Pankratz über den Re-Start zwar freut, ist für sie bereits jetzt klar, dass es aufgrund der Coronakrise keine Chancengleichheit geben kann.

„Es ist auf jeden Fall eine Wettbewerbsverzerrung“, sagte sie im Bezug auf die großen regionalen Unterschiede bei behördlichen Beschlüssen. Als Beispiel führte sie Dynamo Dresden an, deren Mannschaft sich nach positiven Corona-Befunden in zweiwöchiger Quarantäne befindet. Pankratz betonte zudem, dass eine Beendigung der Saison nicht um jeden Preis vonstattengehen soll.

„Wenn man merken sollte, dass sich viele Spieler infizierten haben oder gar nicht erst merken, dass sie sich infiziert haben, ist das Risiko zu hoch. Dann kann man auch mit den häufigen Testungen nicht ausschließen, dass es immer wieder positive Spieler in der Mannschaft gibt“, sagte die Spielführerin und fügte hinzu: „Dann sollte man sich letztlich dazu entschließen, die Saison abzubrechen“

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