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TSG international – Molde FK im Check

Europa League? Gäääääähn. Da kennt man doch niemanden. Keinen Spieler, keine Mannschaft. Meistens nicht einmal die Stadt. Diesem Klischee wollen wir entgegnenwirken. Denn die Europa League kann auch interessant sein, wenn man sie richtig präsentiert. Hoffenews stellt die Gegner der TSG Hoffenheim vor. Nach der souveränen Gruppenphase mit fünf Siegen und einem Remis treffen die Kraichgauer in der Zwischenrunde am Donnerstag um 21 Uhr (DAZN / RTL Nitro) auf den norwegischen Erstligisten Molde FK. Im Gegnercheck erklären wir euch alles, was ihr zu den Skandinaviern wissen müsst.

Der Verein

Eingebettet in eine idyllische Fjordlandschaft in der norwegischen Provinz Møre og Romsdal liegt Molde. 30.000 Menschen leben in der „Stadt der Rosen“, die ihren Spitznamen ihrem milden Klima verdankt, das trotz der nördlichen Lage der Stadt die Zucht von Rosen ermöglicht. Neben seiner malerischen Umgebung und einem jährlichen Jazzfestival ist die Stadt spätestens seit den 70er-Jahren auch für ihren Fußballklub bekannt.

Bereits im Jahr 1911 wurde der Molde FK unter dem Namen International gegründet. Seine Premiere in der obersten norwegischen Spielklasse feiert er rund 30 Jahre später in der Saison 1939/40, welche aufgrund der deutschen Besatzung durch die Nazis abgebrochen werden musste. Nach Ende des II. Weltkriegs spielte Molde lange keine große Rolle im norwegischen Fußball. Erst im Jahr 1974 feierte der Klub seine endgültige Rückkehr in die Eliteserien. Seitdem mauserte sich Molde zu einem der größten Klubs Skandinaviens.

Vier Pokalsiege und vier Meisterschaften zählt der MFK mittlerweile. Letztmals konnte man sich 2019 zum Champion der Eliteserien krönen. Größter Rivale von Blå-hvit („Blau-Weiß“) ist der norwegische Rekordmeister Rosenborg Trondheim. Der wohl bekannteste Ex-Spieler und -Trainer Moldes ist der heutige ManUnited-Teammanager Ole Gunnar Solskjaer. Insgesamt 42 Spiele absolvierte die Stürmer-Legende zwischen 1994 und 1996 für den Klub und führte ihn im Jahr 2011 als Cheftrainer zu seiner dritten Meisterschaft. Den Posten hatte er zuvor vom ehemaligen DDR-Nationalspieler Uwe Rösler übernommen, der derzeit bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag steht. Weitere bekannte ehemalige Gesichter des Klubs sind Dortmunds Erling Haaland, Ex-Hannoveraner Mame Diouf und der ehemalige kanadische Bundesliga-Stürmer Rob Friend.

Seine Heimspiele bestreitet das Team von Trainer Erling Moe seit 1998 im Aker-Stadion. 11.800 Zuschauer passen in normalen Zeiten in die Arena, die direkt an der Küste des Moldefjords gelegen und mit einem Kunstrasen ausgestattet ist. Aufgrund der Einreisebeschränkungen zur Eindämmung mutierter Varianten von COVID-19 wird die TSG das Schmuckkästchen jedoch nicht zu Gesicht bekommen und trifft im spanischen Vila-real auf den Molde FK.

Das wäre Ihr Preis gewesen: Das idyllische Aker-Stadion am Moldfjord muss am Donnerstag auf die Europa League verzichten. (Foto: DANIEL SANNUM LAUTEN/AFP/Getty Images)

Erfahrung in Europa

Die laufende Spielzeit ist bereits die zehnte Europapokal-Saison des MFK. Ihre Premiere feierten die Norweger 1975 im UEFA-Cup. Damals schied man in der ersten Runde des Wettbewerbs gegen den schwedischen Vertreter Östers IF aus. Auch danach schaffte man es im alten K.O.-Modus des Vorgängers der Europa League nur einmal über die erste Hürde hinaus. So schaltete das Team vom Moldefjord in der Saison 2003/04 den portugiesischen Erstligisten Uniao Leiria aus, scheiterte jedoch anschließend an deren Landsmännern von Benfica.

Darüber hinaus qualifizierte sich Molde 1999 für die Gruppenphase der Champions League und traf dabei unter anderem auf Real Madrid. In der Europa League schaffte es die Blau-Weißen in dieser Saison zum zweiten Mal in die Zwischenrunde. Letztmals gelang dies in der Spielzeit 2015/16 als man gegen die späteren Europa-League-Sieger Sevilla ausschied. Zudem gastierte Molde im Jahr 2012 in der Gruppenphase rund 60 Kilometer Luftlinie von Sinsheim entfernt beim VfB Stuttgart.

Der Weg in die Zwischenrunde

Während die TSG am letzten Spieltag der Gruppenphase bereits als Sieger der Gruppe L feststand, musste Molde bis kurz vor Schluss um das Weiterkommen zittern. In Gruppe B hatten es die Norweger mit dem FC Arsenal, Rapid Wien und dem irischen Dundalk FC zu tun. Dabei wurden die Gunners ihrer Favoritenrolle von Beginn an zurecht und erlaubten sich keinen Ausrutscher. Auch Dundalk gab mit sechs Niederlagen den erwartbaren Underdog, sodass es letztlich zum Showdown zwischen Molde und Rapid kommen musste. Nach dem 1:0-Erfolg im Hinspiel ging der TSG-Gegner mit Vorteilen in die Partie und gab sich keine Blöße. Zweimal gingen die Norweger in Wien in Führung und kassierten zweimal den Ausgleich. Das späte 2:2 in der 90. Minute konnte dem Klub aus der österreichischen Hauptstadt jedoch nicht mehr helfen: Molde zog als Gruppenzweiter in die Zwischenrunde ein.

Players to watch

Magnus Wolff Eikrem

Bereits als Zwölfjähriger kam Magnus Wollf Eikrem im Jahr 2002 zum Molde FK, lief jedoch von der U18 bis zur U23 für Manchester United auf. Während es bei den Red Devils jedoch nicht für den Durchbruch reichen sollte, feierte Eikrem 2011 sein Profidebüt für seinen Heimatklub Molde. Nach Stationen in den Niederlanden, Wales, Schweden und den USA feierte der offensive Mittelfeldspieler im Jahr 2018 sein zweites Comeback in Molde, wo er seitdem als Kapitän die Mannschaft anführt. Mittlerweile bringt es Eikrem auf 95 Torbeteiligungen in 176 Spielen für die Skandinavier, mit denen er bereits dreimal die norwegische Meisterschaft und einmal den Pokal gewann. Auch in der laufenden Europa-League-Saison war der Dauerbrenner mit drei Toren und zwei Vorlagen bester Scorer.

Moldes Urgestein: Kapitän Magnus Wolff Eikrem. (Foto: SVEIN OVE EKORNESVAG/NTB/AFP via Getty Images)

Björn Sigurdarson

Anfang des Monats feierte Björn Sigudarson sein zweites Comeback beim MFK. Bereits im Jahr 2014 sowie zwischen 2016 und 2018 lief der Stürmer für Molde auf und erzielte dabei 24 Tore in 58 Spielen. Seine größte Bekanntheit erlangte Sigudarson wohl 2018, als er mit der isländischen Nationalmannschaft an der WM in Russland teilnahm. Zuletzt stand der 17-malige Nationalspieler bei Lillestrøm unter Vertrag, lief in der Vergangenheit aber auch unter anderem für den FC Kopenhagen, die Wolverhampton Wanderers und den russischen Erstligisten FK Rostov auf.

Teil der isländischen Wikinger um Ex-Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson: Björn Sigurdarson. (Foto: Clive Brunskill/Getty Images)

Wie ist die Form?

Dass Molde als Underdog in die Partie gehen wird, sollte angesichts eines geschätzten Gesamtmarktwerts von 14,25 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) klar sein. Was für einen Gegner die TSG am Donnerstagabend erwarten wird, ist jedoch schwierig zu beurteilen. Aufgrund der langen Winterpause in Norwegen bestritt das Team von Trainer Erling Moe sein letztes Pflichtspiel am 19. Dezember. Einzig einige Testspiele dienen dem Analyseteam von Sebastian Hoeneß seitdem als Anhaltspunkte für die aktuelle Form der Norweger. Die Generealprobe gegen Rosenborg musste zudem abgesagt werden, da in der Schule des Kindes eines Mitglieds der Trondheimer Delegation die mutierte Virus-Variant ausgebrochen war. Was jedoch sicher scheint: Molde geht mit weniger Spielpraxis, aber dafür deutlich frischer in die Partie. Bereits am Montag reiste die Mannschaft zum spanischen Ausweichspielort Vila-real , wo man bis kurz vor dem Rückspiel in Sinsheim sein Lager aufschlägt.

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Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Chefredakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Als Werkstudent schreibt er zudem für das Onlineportal Goal.com (Teil von DAZN) und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen.

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Louis Loeser
Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Chefredakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Als Werkstudent schreibt er zudem für das Onlineportal Goal.com (Teil von DAZN) und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen.

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