Foto: HB Køge
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TSG international – HB Køge im Check

Nach acht Jahren im deutschen Fußball-Oberhaus qualifizierten sich die Frauen der TSG Hoffenheim in diesem Jahr erstmals für die Champions League. In der Gruppenphase warten nun mit dem FC Barcelona und dem FC Arsenal echte Hammerlose auf das Team von Gabor Gallai. Zum Auftakt treffen die Kraichgauerinnen am Dienstagabend (18:45 Uhr/DAZN) im Dietmar-Hopp-Stadion auf den dänischen Erstligisten HB Køge. Im Gegnercheck nimmt Hoffenews die Däninnen genauer unter die Lupe.

Zwei Traditionsklubs werden eins

Der HB Køge entstand in seiner heutigen Form im Jahr 2009 durch eine Fusion der beiden Traditionsvereine Køge Boldklub und Herfølge Boldklub. Nur wenige Kilometer trennten die beiden früheren Erstligisten aus der dänischen Region Sjælland. Die Männermannschaft des 1921 gegründeten Klubs Herfølge aus einem Vorort von Køge spielte insgesamt 16 Jahre in der Eliteserie und konnte im Jahr 2000 die dänische Meisterschaft feiern. Auch der Køge BK blickt auf eine lange Historie zurück. 1927 gegründet konnte der Verein im Jahr 1954 als erster Klub außerhalb der Hauptstadt Kopenhagen die Elitserie gewinnen und den Erfolg 1975 wiederholen.

Die ruhmreichen Zeiten beider Klubs endeten jedoch spätestens Anfang des neuen Jahrtausends, als sowohl Køge als auch Herfølge in die Zweitklassigkeit abstiegen. In der Folge kamen erste Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit auf, die jedoch durch die finanziellen Probleme des Køge BK erschwert wurden. Nach der Insolvenz und des daraus resultierenden Zwangsabstiegs des Vereins im Jahr 2009 konnte man letztlich eine Einigung erzielen. Der HB Køge war geboren.

In vier Jahren von der Teamgründung in die Champions League

Bis auch die Frauen in Køge eine fußballerische Heimat fanden, sollte es jedoch noch eine Weile dauern. Erst im Jahr 2016 beschlossen acht lokale Klubs eine Kooperation, um den Frauenfußball in der Region voranzubringen. Ein erfolgreiches Frauenteam fehlte damals in Køge, weshalb die talentiertesten Mädchen für optimale Förderung meist lange Fahrtzeiten auf sich nehmen mussten, doch das änderte sich schnell.

Im Jahr 2017 ging im Rahmen der Kooperation erstmals eine Frauschaft an den Start, der dank einer Serie von Aufstiegen innerhalb von drei Jahren der Sprung in die höchste dänische Spielklasse gelang. Seit 2020 ist das Team offiziell unter dem Dach des HB Køge, der sich damit vollständig dem Frauenfußball verschrieb. Im selben Jahr gingen „die Schwäne“ eine Partnerschaft mit dem Ausrüster Capelli Sport sowie dem US-amerikanischen Klub Slammers FC ein. Ausgegebenes Ziel war dabei die Qualifikation für die Champions League innerhalb der nächsten fünf Jahre und die vollständige Gleichberechtigung des Damen- mit der Herrenteams. Die erste Vorgabe konnte dabei gleich in der ersten Saison im dänischen Oberhaus erreicht werden. In ihrer Debütsaison feierten die Aufsteigerinnen im Juni dieses Jahres den Meistertitel und damit den Einzug in die Play-offs der Königinnenklasse.

Der Weg in die Königinnenklasse

Anders als in der Champions League der Herren haben bei den Frauen nur vier Teams einen zugesicherten Platz. Somit bietet bereits die Qualifikationsrunde Spannung pur. Während die TSG ein Miniturnier sowie eine Play-off-Runde überstehen musste, konnte Køge als dänischer Meister in der finalen Qualifikationsrunde einsteigen. Gegen Sparta Prag ließ die Mannschaft von Trainer Søren Rand-Boldt nichts anbrennen. Mit einem 1:0 im Hin- und einem 2:0 im Rückspiel zog Køge souverän in das Hauptturnier ein, zählt nun aber in Gruppe C als Außenseiter.

In der ersten Erstliga-Saison in die Champions League: HB Køge gilt in Gruppe C als Underdog (Bild: UEFA)

Mit 29 die alte Häsin

Wenn sich der HB Køge durch etwas auszeichnet, dann durch seine Nachwuchsförderung. Für diese Feststellung reicht ein kurzer Blick auf den Kader: Im Schnitt sind die Däninnen gerade einmal 22,6 Jahre alt. Die mexikanische Neuverpflichtung Ari Romero ist dabei mit ihren 29 Jahren noch der Oldie der Truppe. Nach der Meisterschaft verstärkte sich das Team zudem mit 15 Neuzugängen. Mit Cornelia Kramer, Cecilie Fløe, Sofie Hornemann und Emma Færge konnte man sich vielversprechende Nachwuchshoffnungen sichern, die nicht lange brauchten, um ihr Potenzial zu zeigen. So waren es die 18-jährige Kramer und die 19-jährige Fløe, die Køge mit ihren Toren gegen Prag den Weg in die Champions League ebneten.

Stars und auch Nationalspielerinnen sind derweil noch rar, stattdessen kommt das Team vor allem über Geschlossenheit. Das Gerüst bilden neben etlichen dänischen Talenten gleich sieben gebürtige US-Amerikanerinnen. Während die in Kalifornien aufgewachsene Irin Kyra Carusa in der vergangenen Saison noch mit 20 Treffern die Torjägerkanone in der Kvindenliga holte, trumpft in der laufenden Saison vor allem die ehemalige NWSL-Spielerin Maddie Pokorny mit fünf Toren und einer Vorlage auf. Im Mittelfeld zieht die dreifacher Torschützin Kelly Fitzgerald die Strippen.

Die Form

Wie die TSG hat sich Køge dem Offensivfußball verschrieben, doch auch in der Defensive ließ die Mannschaft in der laufenden Saison wenig anbrennen. Nach acht Spieltagen stehen die Titelverteidigerinnen mit sieben Siegen, einem Remis und einem Torverhältnis von 18:3 erneut an der Tabellenspitze der Gjensidige Kvindeliga. Wenngleich das Niveau der dänischen Liga nicht mit der Bundesliga vergleichbar ist, sollte Hoffenheim das Spiel also nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dass auch die Gallai-Elf gut in Form ist, zeigte sie zuletzt beim Spitzenspiel gegen Eintracht Frankfurt. Bereits zum dritten Mal in der laufenden Bundesliga-Saison drehte die TSG beim 2:1-Erfolg einen Rückstand und ist nach vier Spieltagen somit weiterhin ungeschlagen. Auch die Mehrfachbelastung durch die Qualifikationsspiele gegen Valur Reykjavik, die AC Mailand und FC Rosengard steckt der gut besetzte Kader bisher eindrucksvoll we

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Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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Louis Loeser
Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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