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Trio überragt, Rutter bewirbt sich für Stammplatz – Einzelkritik nach dem 3:4 gegen Freiburg

Nach dem 2:2 in Frankfurt muss die TSG Hoffenheim gegen den SC Freiburg eine 3:4-Niederlage einstecken und hat nur noch rechnerische Chancen auf den europäischen Wettbewerb. Im badischen Duell zeigte die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß zwar einen beherzten Auftritt, offenbarte defensiv jedoch zu viele eklatante Fehler. Die TSG-Spieler in der Einzelkritik.

Der Spielfilm

Aufgrund der fünften Gelben Karte von Stefan Posch sowie etlichen Ausfällen in der Innenverteidigung, stellte Hoeneß im Vergleich zum Remis in Frankfurt erstmals seit November wieder auf eine Grundordnung mit Vierkette um. Im 4-4-2 mit Mittelfeldraute kehrte Pavel Kaderabek nach Sperre zurück auf seine angestammte Rechtsverteidigerposition und Jacob Bruun Larsen musste für Christoph Baumgartner das Feld räumen.

Die beiden Mannschaften tasteten sich vor 23.000 Zuschauer*innen knapp 23 Minuten ab, ehe der Sportclub mit der ersten guten Gelegenheit des Spiels in Führung ging. Diadié Samassékou verlor vor dem eigenen Strafraum unter Bedrängnis den Ball, woraufhin sich die Freiburger schnell durchkombinierten. Roland Sallai ließ Oliver Baumann mit seinem platzierten Schuss keine Chance.

Hoffenheim brauchte jedoch nur wenig Zeit, um den Schock zu verdauen. Nach einer Eckenflut des SCF spielte Samassékou David Raum auf links gut frei. Dessen punktgenaue Flanke schob Andrej Kramaric frei vor Mark Flekken ein und sorgte somit wieder für ausgewogene Verhältnisse. Kurz darauf spielte Munas Dabbur Baumgartner am Strafraum frei, sein Schuss verfehlte das rechte Kreuzeck jedoch knapp.

Nach der Pause erwischte die TSG den besseren Start und drehte mit der ersten Chance das Spiel. Kramaric zeigte dabei ein sehenswertes Dribbling und setzte Angelo Stiller passgenau in Szene. Der Linksfuß nutzte die Gelegenheit eiskalt und verwandelte unhaltbar ins rechte obere Eck. Die Freude über den Treffer hielt jedoch nicht lange. So stand Christian Günter kurz nach Wiederanpfiff an der Strafraumkante sträflich frei und beförderte das Spielgerät wuchtig ins rechte untere Eck.

Anschließend entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, Freiburg hatte jedoch zunächst die besseren Gelegenheiten auf seiner Seite und hätte in der 62. Minute durch den freistehend Lucas Höler in Führung gehen müssen. Selbiger machte seine verpasste Chance nur acht Minuten später wieder gut.

Nach einer unfairen Grätsche kurz vor der Grundlinie konnte sich Samassékou bei Schiedsrichter Marco Fritz bedanken, dass er nicht die Gelb-Rote Karte sah. Den darauffolgenden Freistoß nutzten die Breisgauer jedoch eiskalt. Günter zog den Ball mit Schnitt zum Tor und Höler stand am zweiten Pfosten völlig blank. Doch dabei blieb es nicht. Nico Schlotterbeck schickte in der 73. Minute den kurz zuvor eingewechselten Woo-yeong Jeong auf die Reise. Dieser ließ Kevin Vogt elegant aussteigen und verwandelte gegen Baumann zum 2:4.

Die Kraichgauer waren daraufhin um eine schnelle Reaktion bemüht, wobei vor allem der eingewechselte Georginio Rutter als Antreiber in Erscheinung trat. Der Franzose war es auch, der den Anschlusstreffer zum 3:4 mit seinem Sprint einleitete und Raum links in Szene setzte. Nach dessen Hereingabe konnte Flekken Sebastian Rudys Schuss erst hinter der Linie klären. Der Treffer blieb letztlich jedoch nur Ergebniskorrektur, auch weil der starke SC-Keeper in der Nachspielzeit einen Kopfball des eingewechselten Kasim Adams sehenswert aus dem Winkel kratzte.

Belohnt sich mit seinem fünften Saisontor für sein starkes Spiel: Andrej Kramaric (Foto: Alex Grimm/Getty Images)

Die Einzelkritik

Oliver Baumann: Hatte einen schwierigen Arbeitstag. Bekam fünf Schüsse auf seinen Kasten und hatte bei vier davon keine Chance. War im Aufbauspiel ein Ruhepol und zeigte keine größeren Wackler.  Note: 3,5

Pavel Kaderabek (bis 89.): Fiel im Vergleich zu seinem Konterpart Raum offensiv ab und hatte mit Günter einen harten Gegenspieler, gegen den er aber stabil blieb. Sicherte im Gegenpressing einige hohe Bälle. Note: 3,5

Kevin Akpoguma (bis 89.): Antizipierte mehrmals gegnerische Pässe und fing sie gut ab, hatte jedoch einige Probleme in der Viererkette jedoch einige Abstimmungsprobleme. Muss sich wie die gesamte Defensive vorwerfen lassen, dass die Gegentore alle nach dem bekannten Freiburger Muster fielen.  Note: 3,5

Kevin Vogt: Ließ sich anmerken, dass er sich in der üblichen Dreierkette wohler fühlt. Zeigte einige Stellungsfehler, die zu großen Lücken in Abwehrreihe führten. Mit Ball am Fuß gewohnt abgeklärt in der Rolle als „Quarterback“. Note: 4

David Raum: Wenn er am Ball war, wurde es – wie so oft – gefährlich. Trug das Offensivspiel gemeinsam mit Kramaric nahezu alleine und sammelte seine Assists zwölf und dreizehn in dieser Bundesliga-Saison. Die defensive Abstimmung mit Vogt war zeitweise ausbaufähig. Note: 2,5

Diadié Samassékou (bis 72.): Ein Spiel mit Licht und viel Schatten. Eroberte zu Beginn des Spiels einige hohe Bälle und leitete das 1:1 gut ein, verlor jedoch zunehmend den Zugriff. Brachte in der gegnerischen Hälfte weniger als die Hälfte seiner Pässe an den Mitspieler und kann froh sein, dass er nicht die Gelb-Rote Karte sah. Note: 4,5

Christoph Baumgartner (bis 65.): Mit dem Ball oft glücklos und unpräzise. In der 39. Minute mit der Chance auf das 2:1, sein Schuss verpasste das rechte Kreuzeck jedoch knapp. Wurde immer wieder in eine ungewohnt defensive Rolle gezwungen, sein Einsatz sowie das Verhalten im Gegenpressing waren hingegen vorbildlich. Note: 4

Angelo Stiller: Ließ sich bei gegnerischem Ballbesitz als stabilisierendes Element immer wieder in die Abwehrkette fallen und gewann 75 Prozent seiner Zweikämpfe. Brachte mit Ball am Fuß 88 Prozent seiner Pässe an den Mann und krönte seine solide Leistung mit seinem zweiten Saisontor. Note: 2,5

Munas Dabbur (bis 65.): Fiel erneut ab. Zeigte zwar viel Engagement gegen den Ball, war im Offensivspiel jedoch glücklos. Schloss dreimal auf das Freiburger Tor ab, stellt aber keine echte Gefahr für Flekken dar.  Note: 4

Ihlas Bebou: Hatte gegen den starken Schlotterbeck häufig das Nachsehen und konnte sein hohes Tempo kaum zur Geltung bringen. Rückte in den Schlussminuten auf die rechte Außenbahn, konnte von dort aber ebenfalls keine gefährliche Hereingabe mehr an den Mann bringen. Note: 4

Andrej Kramaric: Ein Tor und eine traumhafte Vorlage. War an nahezu jeder Offensivaktion beteiligt und ging als Spielführer voran. Sein bester Auftritt seit langer Zeit. Note: 2

Sebastian Rudy (ab 65.): Zeigte sich gewohnt passstark und fügte dem Spiel der TSG ein spielerisches Element hinzu. Nahm zudem oft den Abschluss und traf zum Anschlusstreffer. Beim 2:3 lässt er Höler jedoch komplett aus den Augen und freistehend zum Kopfball kommen. Note: 3,5

Georginio Rutter (ab 65.): Belebte das Hoffenheimer Spiel sichtlich und war durch seinen entschlossenen Sprint entscheidend am 3:4 beteiligt. Eine Bewerbung für mehr Spielzeit. Note: 2,5

Robert Skov (ab 72.) Konnte nicht den gewünschten Impact auf das Spiel nehmen und rat offensiv kaum gefährlich in Erscheinung. Ohne Bewertung.

Kasim Adams (ab 89.): Ohne Bewertung.

Jacob Bruun Larsen (ab 89.): Ohne Bewertung.

Stenogramm

TSG Hoffenheim – SC Freiburg 3:4

Tore: 0:1 Sallai (23.), 1:1 Kramaric (32.), 2:1 Stiller (49.), 2:2 Günter (50.), 2:3 Höler (70.), 2:4 Jeong (73.), 3:4 Rudy (84.)

TSG: Baumann (3,5) – Kaderabek (3,5 / 89. Adams), Akpoguma (3,5 / 89. Bruun Larsen), Vogt (4), Raum (2,5) – Samassékou (4,5/ 72. Skov) – Baumgartner (4 / 65. Rudy (3,5)), Stiller (2,5) – Dabbur (4 / 65. Rutter (2,5)) – Bebou (4), Kramaric (2)

SCF: Flekken – Gulde (46. Petersen), Lienhart, Schlotterbeck – Kübler (90.+4 Sildillia), Eggestein, Höfler, Günter – Sallai (72. Jeong), Höler (72. Demirovic), Grifo (88. Schmid)

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Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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Louis Loeser
Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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