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Hoffenheim schießt erschöpfte Münchner ab

Am zweiten Spieltag empfing die TSG Hoffenheim den deutschen Rekordmeister Bayern München. Während die Gastgeber nach dem Auftaktsieg in Köln voll im Saft standen, reisten die Gäste mit müden Knochen in den Kraichgau. Schließlich bestritt die Mannschaft von Hansi Flick drei Tage zuvor das Finale im UEFA-Supercup, in dem der Triple-Sieger nach 120 Minuten triumphierte.

Entsprechend verzichtete der Bayern-Coach auf Hernandez, Süle, Goretzka und sogar auf Robert Lewandowski. Alle vier nahmen zunächst auf der Bank platz und wurden durch Tolisso, Davies, Boateng und Zirkzee ersetzt. TSG-Trainer Hoeneß veränderte sein Team nur auf einer Position. Der wiedergenesene Posch ersetzte Kasim Adams in der Hoffenheimer Abwehrkette.

Bayern bemüht, Hoffenheim mutig und hellwach

Zu Beginn der Partie versuchten die Münchner das Spielgeschehen an sich zu reißen und sich in der gegnerischen Hälfte festzuspielen. Dies wussten die Hoffenheimer jedoch zu verhindern, indem sie den Rekordmeister stets mit cleverer, sowie robuster Zweikampfführung vom eigenen Tor fernhielten. So hatten die Bayern zwar deutlich mehr Ballbesitz, kamen aber zu keiner nennenswerten Möglichkeit.

Und so trafen auf der anderen Seite plötzlich die Hoffenheimer. Einen Geiger-Eckstoß von links verlängerte Ermin Bicakcic per Kopf ins lange Eck zur Führung für die TSG. Der Bosnier setzte sich gleich gegen zwei Gegner durch und lies auch Neuer keine Chance. Der Treffer sorgte für einen Aufwind bei den Gastgebern, die nun richtig in der Partie drin waren und auch selbst versuchten mit Ball zu agieren – mit Erfolg.

Denn bereits in der 24. Minute legten die Kraichgauer nach. Ein Abstoß von Baumann erreicht Kramaric an der Mittellinie. Dieser verliert den Ball eigentlich an Pavard, doch bei seiner Klärungsaktion spielt der Franzose unfreiwillig einen perfekten Pass in den Lauf von Dabbur. Der Mittelstürmer der TSG lupfte den Ball anschließend wunderschön über Neuer hinweg in die Maschen. Damit erzielte er bereits sein drittes Tor gegen die Bayern.

Irgendwo im Sauhaufen: Munas Dabbur nach seinem lässigen Lupfer zum 2:0 (Bild: DANIEL ROLAND/AFP via Getty Images)

Kimmich traumhaft zum Anschluss

Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken spielte die TSG nun frei auf und hatte kurz nach dem Treffer zwei weitere gute Möglichkeiten den Vorsprung auszubauen. Baumgartner und Kramaric vergaben jedoch ihre Gelegenheiten. Bayern war zu diesem Zeitpunkt längst nicht aus dem Spiel, prallte aber mit jedem Versuch an der starken Hoffenheimer Fünferkette um Abwehrchef Kevin Vogt ab. Bis zur 36. Minute.

Über einige Umwege landete der Ball an der Strafraumkante auf dem Fuß von Kimmich, der das Leder mithilfe der Latte traumhaft ins rechte Eck schlenzte. Und so ging es mit einer knappen, aber verdienten Führung für Hoffenheim in die Halbzeit. Es war bis dahin ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen und auch einigen Nickeligkeiten.

Baumann kann nur hinterherschauen: Kimmich erzielt das Anschlusstor (Bild: imago images)

Kramaric krönt überragende Hoffenheimer Leistung

Nach Wiederanpfiff änderte sich kaum etwas am Spielgeschehen. Die Bayern versuchten viel, doch es gelang kaum etwas gegen souveräne Hoffenheimer, die sich immer wieder offensiv bemerkbar machten. Und so hatte die TSG dann in der 74. Minute die Riesenchance auf die Vorentscheidung. Bebou und Kramaric spielen über die rechte Seite den eingewechselten Skov frei, der an einer überragende Parade von Neuer scheiterte.

Drei Minuten später war es dann aber doch soweit. Andrej Kramaric vollendete einen traumhaften Spielzug über Baumann, Kaderabek, Dabbur und Bebou, indem er den Ball im Sechzehner annahm und aus der Drehung im langen Eck unterbrachte. In der Schlussphase probierten die Münchner alles, um zu Torabschlüssen zu kommen. Dennoch waren die Hoffenheimer näher am vierten Tor als Bayern am zweiten. Und tatsächlich kam es dazu sogar noch.

Wer, wenn nicht er? Kramaric mit dem elften Tor in vier Pflichtspielen zum 4:1-Endstand (Bild: imago images)

Nach einem Sprint über den halben Platz wurde Bebou im Strafraum von Neuer zu Fall gebracht. Ein klarer Elfmeter, den Kramaric eindrucksvoll ins Tor schweißte und damit für den Endstand sorgte. Mit diesem Tor erzielte Kramaric seinen elften Treffer in den letzten vier Pflichtspielen.

Während die beeindruckende Serie des Hoffenheimers anhält, endete mit diesem Spiel eine noch beeindruckendere Serie der Bayern. So verloren die Münchner zum ersten Mal seit 32 Partien wieder ein Fußball-Spiel. Dank des späten Elfmeters von Kramaric steht die TSG Hoffenheim am Ende des zweiten Spieltages mit sechs Punkten auf Rang eins der Tabelle.

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