COLOGNE, GERMANY - NOVEMBER 05: Havard Nordtveit of Hoffenheim celebrates after the Bundesliga match between 1. FC Koeln and TSG 1899 Hoffenheim at RheinEnergieStadion on November 5, 2017 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
InterviewVorbericht

Gegnerinterview – 1. FC Köln

Schön mal wieder zwei Fans für das Gegnerinterview gefunden zu haben. Zum einem danken wir Arne Steinberg, freier Journalist, Mitglied der Chefredaktion bei http://effzeh.com und zum anderen Jörg Binnenbrücker, der neben seiner Liebe zum effzeh auch noch viel Zeit mit StartUps verbringt und ihnen mit Capnamic Ventures zum möglichen Erfolg verhilft. Dieses Foto von Jörg sagt wohl alles über seinen Verein 😉 … Besten dank an euch beide und auf ein gutes Spiel.

HOFFENEWS: 2 Siege, 1 Remis und 7 Niederlagen bei 9 zu 21 Toren bedeuten aktuell Platz 17 für die Kölner. Kann man sagen die Saison läuft bisher nicht so wie gewünscht? Woran hat es bisher gemangelt?

JÖRG: Es fehlt die Spielidee und der Wille. Vor allem die Pokalniederlage in Saarbrücken hat weh getan. Vor allem weil ich live dabei war. Allerdings hat die Feier mit unserem Ex-Spieler und heutigem Saarbrücken Trainer, Dirk Lottner nach der Partie die Auswärtsfahrt trotzdem zu einem großartigen Erlebnis gemacht.

ARNE: Dass es bisher nicht so läuft wie erwartet, ist denke ich Konsens in Köln. Es fehlen Punkte, auch wenn das Auftaktprogramm schwierig war. Aber gerade aus den Partien gegen Hertha, Mainz oder Düsseldorf ist zu wenig bei rumgekommen – teilweise war der FC sogar deutlich unterlegen. Gegentore fallen zu leicht, zudem tut sich der 1. FC Köln immens schwer damit, Torchancen herauszuspielen. Insgesamt hakt das Offensivspiel sehr. Und diese beiden Komponenten alleine reichen schon, um nach zehn Spielen schon etwas im Hintertreffen zu sein.

HOFFENEWS: Aktuell ist die Personalie Beierlorzer ja nicht unumstritten. Kann ein Trainerwechsel allein für eine Wende sorgen und könnte die Partie am Freitagabend sein Abschiedsspiel sein?

ARNE: Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass Beierlorzer nach einer Niederlage seine Sachen packen muss. Bereits zu Beginn der Woche wurde über seine Zukunft beraten. Offenbar hat sich die Geschäftsführung dagegen ausgesprochen, sich von ihm zu trennen. Wäre Beierlorzer geflogen, hätte auch Armin Veh seinen Hut nehmen müssen – er hat den ehemaligen Regensburger Trainer verpflichtet und in der vergangenen Woche angekündigt, dass er seinen Vertrag nicht verlängern möchte. Von daher geht es auch um Veh. Um den 1. FC Köln allerdings nachhaltig zu verändern, braucht es Entscheidungen – und diese hat sich der neu gewählte Vorstand vorbehalten, auch nach dem Hoffenheim-Spiel.

JÖRG: Eigentlich hat jeder in Köln schon nach dem Spiel in Düsseldorf mit einem Trainerwechsel gerechnet – daher ist das Spiel gegen Hoffenheim ein echtes Endspiel für ihn. Der Druck auf der sportlichen Leitung und dem neuen Vorstand ist riesengroß.

HOFFENEWS: In unseren Augen hat Köln keinen schlechten Kader. Wie siehst Du das? Muss in der Winterpause nachgelegt werden und was macht eigentlich Modeste?

JÖRG: Auf Einzelspieler-Basis gebe ich dir recht, allerdings ist der Kader bisher nicht als Mannschaft zusammen gewachsen. Die wirtschaftliche Situation lässt zudem weitere Verpflichtungen zur Winterpause eigentlich nicht zu. Der Sturm mit Cordoba, Terodde und Modeste bleibt bisher zu 1000% hinter den Erwartungen zurück. Dass sie es können, haben sie mehrfach bewiesen – daher hoffe ich, dass der Knoten asap platzt!

ARNE: Der Kader ist auf dem Papier sicherlich nicht schlecht, aber die Gründe für die schlechte Stimmung und Leistung liegen woanders. Es gibt vielleicht zu viele Gruppen aus Ehemaligen (Hector, Horn, Risse, Höger), Neuzugängen aus 2018 (Czichos, Drexler, …) und den Neuzugängen aus diesem Sommer. Offenbar haben sie sich noch nicht als Gefüge gefunden. Im Winter nachzulegen dürfte sehr schwierig werden, weil das Transferbudget bereits deutlich überreizt ist. Modeste kommt bisher nicht in die Spur – ich finde, das kommt nicht überraschend. Seine Rückkehr gab der Verein vor etwa einem Jahr bekannt, danach musste er erst seine Fitness und dann seinen Platz im Team finden. Und mit Terodde und Cordoba hatte er zwei starke Stürmer vor sich, zumindest in der zweiten Liga. Seit Saisonbeginn kam er nur auf vereinzelte Einsätze, was auch an der Konstellation mit dem Zweiersturm im 4-4-2 liegt. Es ist also kompliziert.

HOFFENEWS: Auf einen freundlichen Empfang bei den Kölner Fans brauchen wir nicht hoffen. Wie stehen jedoch die Chancen, dass es am Freitagabend ohne persönliche Angriffe gegen Dietmar Hopp abläuft?

ARNE: Diese Hoffnung würde ich auch nicht teilen, wenngleich ich da ein wenig relativieren würde. Die Angriffe richten sich nur indirekt an Dietmar Hopp persönlich, sondern eher gegen das, was die TSG Hoffenheim repräsentiert – meiner Meinung nach hätte ein schwerreicher Mensch wie er ein wenig souveräner mit seiner Stellung bei kritischen Fußballfans umgehen müssen, dann wäre die Eskalationsspirale auch nicht losgegangen. Es geht bei dieser Sache einfach um mehr als nur Beleidigungen. Und Dietmar Hopp hat kein offizielles Amt bei der TSG Hoffenheim inne. Von daher ist das für mich jetzt nich wirklich das Hauptaugenmerk in Bezug auf dieses Spiel.

JÖRG: Chaoten sind schwer in den Griff zu bekommen. Die finden immer einen Weg. Ich hoffe aber, dass es diesmal ruhig bleibt.

HOFFENEWS: Die letzten 4 Partien zwischen den beiden Teams sagen 14:1 für Hoffenheim. 3 Siege und ein Unentschieden. Wie geht es diesmal aus und wo landen die beiden Teams am Ender der Saison.

JÖRG: Es wird ein schweres Spiel für uns. Ich bin gespannt, ob die Mannschaft eine Reaktion zeigen kann. Ich wünsche mir ein dreckiges 1:0, habe aber ein schlechtes Bauchgefühl, so dass mich ein Auswärtssieg der TSG nicht überraschen würde.
Für uns wird dieses Jahr unfassbar schwer. Nur wenn die Mannschaft als echtes Team Kämpfer-Qualitatäen zeigen kann, haben wir eine Chance auf den Klassenerhalt. Für Hoffenheim wird es ein einstelliger Tabellenplatz. Aber ich bezweifle, dass es für Europa reichen wird.

ARNE: Ich habe da keine große Hoffnung, weil ich nicht glaube, dass beim 1. FC Köln in so kurzer Zeit so viele Probleme hätten gelöst werden können, um einer formstarken Mannschaft wie Hoffenheim begegnen zu können. Ich rechne daher mit einem Auswärtssieg, sehe Hoffenheim unter den ersten Zehn und prognostiziere einen langen und schweren Abstiegskampf für den 1. FC Köln, bei dem sich hoffentlich zwei schlechtere Teams finden.

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Marco Ripanti
Mehr zu mir gibt es bei Google oder (sogar) auf Wikipedia ;-)

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