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Gebrauchter Abend mit einigen Fünfern – Einzelkritik nach dem 0:3 in Leipzig

Die Herren der TSG Hoffenheim haben sich im Rennen um die Champions-League-Plätze wohl endgültig verabschiedet. Zum Abschluss des 29. Bundesliga-Spieltages verloren die gebeutelten Kraichgauer mit 0:3 (0:3) bei RB Leipzig. Schon zur Pause waren die Kräfteverhältnisse geklärt. Die TSG-Spieler in der Einzelkritik.

Der Spielfilm

TSG-Coach Sebastian Hoeneß musste die wichtige Reise nach Leipzig ohne zehn Spieler antreten. Gerade im Defensivverbund fehlten dem Übungsleiter mit David Raum, Kevin Vogt, Kevin Akpoguma, Florian Grillitsch und Benjamin Hübner gleich fünf Stammkräfte.

Die Partie startete mit einem Déjà-vu: Wie bei der 0:3-Pleite bei Hertha BSC wurde Hoffenheim von einem Standard überrumpelt. Eine Freistoß-Flanke aus dem Halbfeld landete beim freistehenden Christopher Nkunku, der mit einer schnellen Bewegung das 1:0 erzielte (5.).

In der Folge hatte Leipzig Ball und Gegner im Griff, wenngleich das 2:0 eher glücklich zustande kam: Marcel Halstenberg schoss die Kugel mithilfe des Innenpfostens in die Maschen, nachdem ein Abpraller des taumelnden Konrad Laimer beim Linksaußen landete (20.).

Die TSG blieb im Offensivspiel wiederum ideenlos, während die Gastgeber gnadenlos konterten. Ein Fehlpass von Angelo Stiller leitete den dritten Leipziger Treffer ein, den Dominik Szoboszlai zum 3:0 verwertete (44.). Die Hoffenheimer mussten ihre leisen Champions-League-Hoffnungen demnach schon vor dem Pausenpfiff begraben. RB schaltete im zweiten Abschnitt ein paar Gänge zurück. Dennoch blieben die Kraichgauer bis zum Schlusspfiff ohne Schuss auf das gegnerische Tor.

Der Rückstand auf den vierten Platz beträgt aus TSG-Sicht damit sieben Punkte. Zwar bleiben die Hoffenheimer mit 44 Zählern weiterhin Sechster, doch die Verfolger vom 1. FC Union Berlin (44 Punkte) und dem 1. FC Köln (43 Punkte) sind bereits in Lauerstellung.

Die Einzelkritik

Oliver Baumann: Machtlos bei allen drei Gegentreffern, ansonsten wenig gefordert. Der TSG-Schlussmann bekam lediglich einen weiteren Schuss auf sein Gehäuse. Note: 4.

Stefan Posch: Rückte zu Beginn des Spiels immer wieder auf und bot den Leipzigern deshalb viele Räume in Umschaltsituationen. In der zweiten Halbzeit zuweilen als Rechtsverteidiger aktiv, allerdings weniger gefordert. Note: 4.

Havard Nordtveit: Absolvierte erstmals komplette 90 Minuten in dieser Saison und hatte einen schwierigen Job als Grillitsch- respektive Vogt-Vertreter. Unglücklich, dass sein Klärungsversuch vor dem 0:2 über Laimer bei Halstenberg landete. Spielte im zweiten Durchgang gezielte lange Bälle, aus der die Hoffenheimer Offensivabteilung jedoch kein Kapital schlug. Note: 4.

Musste im Abwehrzentrum ran: Havard Nordtveit (rechts) hatte besonders gegen Christopher Nkunku einen schweren Stand (Foto: Stuart Franklin/Getty Images).

Chris Richards: Erster Startelfeinsatz seit Januar. Verteidigte vor dem 0:3 zu ungestüm nach vorne und ließ Mohamed Simakan entwischen. Wirkte nicht sattelfest in einer schlecht gestaffelten Defensive. Note: 5.

Ihlas Bebou (bis 80.): Weil Kaderabek den gesperrten Raum auf der linken Seite vertreten musste, wich der Angreifer mal wieder auf die rechte Wingback-Position aus. Blieb jedoch ohne Akzente nach vorne – auch sein Positionswechsel ins Sturmzentrum blieb wirkungslos. Note: 5.

Diadié Samassékou: Bester Hoffenheimer Feldspieler, auch weil er einige Leipziger Konter stoppen konnte. Allerdings mit zu wenigen Offensivaktionen für einen zentralen Mittelfeldspieler. Note: 3,5.

Angelo Stiller: Sehr unglücklicher Auftritt. Sein Fehlpass auf Simakan leitete das 0:3 ein und entschied das Spiel endgültig. Die maue Passquote von unter 70 Prozent passte ins Bild. Note: 5,5.

Pavel Kaderabek: Musste durch Raums Sperre, Johns Ausfall und Skovs Fitnessrückstand als linker Wingback ran. Teilweise überfordert mit dem Leipziger Tempo. Hatte gerade gegen Nordi Mukiele arge Probleme. Note: 4,5.

Christoph Baumgartner (bis 70.): Unterstützte die Mittelfeldkette aus Samassékou und Stiller im Leipziger Ballbesitz, rückte im Spielaufbau der TSG wiederum auf die „Zehn“. Zwar engagiert, aber im Halbraum kaum anspielbar. Auch er blieb bei einer Passquote von unter 70 Prozent. Note: 4,5.

Georginio Rutter (bis 70.): Setzte die RB-Verteidigung einige Male unter Druck, traf nach Balleroberung jedoch zu häufig die falsche Entscheidung. Im Spielaufbau der TSG gar nicht eingebunden. Spielte in 70 Minuten nur elf Pässe, wovon lediglich fünf ankamen. Note: 5.

Andrej Kramaric: Wie so oft mit gutem Raumverständnis, aber bei weitem nicht durchsetzungsfähig. Hatte die „beste“ Chance im Anschluss einer Standardsituation (40.). Ansonsten blieb der TSG-Rekordtorschütze torungefährlich. Note: 4,5.

Jacob Bruun Larsen (ab 70.): Ohne Bewertung.

Munas Dabbur (ab 70.): Ohne Bewertung.

Robert Skov (ab 80.): Gab sein Comeback für die erste Herrenmannschaft nach einem halben Jahr Verletzungspause. War für einen von insgesamt vier TSG-Abschlüssen verantwortlich. Ohne Bewertung.

Stenogramm

RB Leipzig – TSG Hoffenheim 0:3 (0:3)

Tore: 1:0 Christopher Nkunku (5.), 2:0 Marcel Halstenberg (20.), 3:0 Dominik Szoboszlai (44.)

RBL: Gulacsi – Simakan (62. Klostermann), Orban, Gvardiol – Mukiele, Laimer (46. Adams), Kampl (80. Olmo), Halstenberg (63. Angelino) – Forsberg, Poulsen, Nkunku (62. Szoboszlai)

TSG: Baumann (4) – Posch (4), Nordtveit (4), Richards (5) – Bebou (5 / 80. Skov), Samassékou (3,5), Stiller (5,5), Kaderabek (4,5) – Baumgartner (4,5 / 70. Dabbur) – Rutter (5 / 70. Bruun Larsen), Kramaric (4,5)

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