Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
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Es hagelt Vierer dank kampflosem 0:0 – Einzelkritik nach Remis gegen Fürth

Nachdem sich die TSG Hoffenheim letzte Woche mit einer 0:3-Pleite bei RB Leipzig aus dem Rennen um die Champions League verabschiedete, setzte man sich beim 0:0 gegen Greuther Fürth nun vollständig von den Europapokal-Plätzen ab. Es war ein 0:0 der schlechteren Sorte mit kaum nennenswerten Szenen, wegen dem die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß vorerst auf den achten Tabellenplatz fällt. Die TSG-Spieler in der Einzelkritik.

Der Spielfilm

Im Vergleich zur Niederlage vom vergangenen Wochenende rotierte Hoeneß auf drei Positionen. Der leicht angeschlagene Georginio Rutter wurde von Munas Dabbur ersetzt, Kevin Vogt kehrte für Havard Nordtveit als Abwehrchef zurück und Ex-Fürther David Raum kam für Angelo Stiller ebenfalls wieder in die Startelf. Aus dem Vollen schöpfen konnte der Hoffenheim-Coach dennoch nicht, nach wie vor fehlten Florian Grillitsch und Benjamin Hübner.

Zunächst schien es ein aufgewecktes Spiel für die knapp 16.000 Zuschauer*innen in Sinsheim zu werden: Nach zwei Minuten kam Dabbur aus dem Rückraum zum ersten Abschluss, auch wenn sein Schuss einen guten Meter zu hoch angesetzt war. Gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht zeigten sich die Blauen zunächst  dominant und spielbestimmend, auch wenn man im letzten Drittel immer ideenloser auftrat. Ein ungewollter Querschläger von Diadié Samassékou landete am rechten Sechzehner-Eck bei Andrej Kramaric (24.). Dessen Abschluss ging abgefälscht nur knapp am Pfosten vorbei – es sollte die beste Chance des ersten Durchgangs, gar des ganzen Spiels bleiben.

In der Folge überließ man den Franken nach und nach mehr den Ball, im Spiel war zunehmend die Luft raus. Beiden Teams mangelte es im Passspiel vor allem an der Präzision. Versemmelte die TSG einen Ball, klärte Fürth immer wieder unkontrolliert ins Seitenaus. Wenn es bei den Hausherren gefährlich wurde, dann über links. Raum holte eine Ecke nach der anderen raus, am Ende zählte Hoffenheim insgesamt zehn Stück. Zur Torchance wurde davon eine, viele wurden von Fürth-Schlussmann Andreas Linde direkt abgefangen.

Gegen Ende des ersten Durchgangs lief das Kleeblatt erstmals mit mehreren Spielern hoch an, Hoffenheim wusste darauf nicht souverän zu reagieren und spielte bis zum Pausenpfiff noch ungenauer. Wer allerdings die erste Halbzeit als zäh empfand, hätte zur zweiten Hälfte lieber umschalten sollen. Die TSG war in der Offensive komplett unscheinbar und erspielte sich keine wirklichen Druckphasen. Fürth hingegen stellte sich noch passiver auf und bestrafte auch die größten Patzer der TSG nicht. Lediglich ein Schuss kam auf den Kasten von Oliver Baumann, diesen parierte er allerdings gekonnt (62.). Gegen Ende der Partie investierte die Hoeneß-Elf noch ein wenig mehr, Kramaric kam zwei Mal zum Abschluss – ein Schuss zu zentral (85.), ein Kopfball zu daneben (90.+4).

Da Union Berlin im Parallelspiel gewann, verspielte sich Hoffenheim mit diesem Sonntagskick nun vollends seinen einstigen Vorsprung. Mit 45 Zählern auf dem achten Tabellenplatz hat man nun einen Punkt Abstand zu Köln, zwei zu Union und ganze sechs zum SC Freiburg. Beim schwierigen Duell beim Tabellenzehnten Frankfurt kommende Woche muss eine Reaktion folgen.

Die Einzelkritik

Oliver Baumann: Ruhige Anspielstation für den Spielaufbau, auch wenn mehr weite Abschläge nicht geschadet hätten. In einer Szene kurz vor der Pause unsicher, bekam sonst nur einen Schuss auf seinen Kasten und parierte ihn gut. Note: 3,5.

Stefan Posch (bis 50.): War in den Zweikämpfen zum Beginn der Partie immer zu spät und konnte den Spielaufbau auf der rechten Seite kaum vorantreiben. Musste nach blutigem Zusammenprall mit Samassékou ausgewechselt werden. Note: 4,5.

Kevin Vogt: Gerade in der ersten Hälfte stabiler Ruhepol in der letzten Reihe. Strahlte hinten defensive Sicherheit aus und überzeugte am Anfang noch mit schönen Diagonalpässen. Je länger das Spiel ging, desto weniger konnte er im Aufbau unterstützen. Note: 3,5.

Chris Richards (bis 45.): Häufig unsicher in den Zweikämpfen, dafür gute Pässe ins Zentrum. Die Auswechslung in der Pause war dennoch nicht unbegründet. Note: 4.

Pavel Kaderabek: Kam nicht wirklich ins Spiel. Brachte sich selten in anspielbare Positionen, wenn er mal am Ball war, versandeten seine Hereingaben zumeist. Holte sich nach 18 Minuten eine unnötige gelbe Karte ab, wegen der er kommende Woche in Frankfurt fehlt. Note: 4.

Ungünstiger Start in die zweite Halbzeit: Posch (z.) muss nach einem Zusammenprall mit Samassékou (r.) ausgewechselt werden (Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images).

Diadié Samassékou: Am Anfang kam er bei entscheidenden Zweikämpfen im Zentrum immer wieder zu spät, sorgte in der Offensive allerdings für gutes Pressing. Note: 4.

David Raum (bis 87.): Zeigte, warum es wichtig ist, dass er wieder da ist – zu Beginn allerdings mehrfach wackelig. Unpräzise Pässe nach vorne und ohne viel Erfolg im Eins-gegen-Eins mit Fürths Jamie Leweling. Nur eine seiner zehn Ecken kam auf den Kopf eines Mitspielers. Trotzdem: Ohne ihn wäre nichts nach vorne gegangen. Note: 3.

Christoph Baumgartner: Hatte zum Beginn der Partie Schwierigkeiten, seine Rolle zu finden. Wenig nach vorne mitgearbeitet, hinten häufig zu spät. Auch er mit einem unnötigen taktischen Foul, das ihn zum Frankfurt-Spiel auf die Tribüne befördert. Note: 5.

Munas Dabbur (bis 70.): Zeigte sich zum Anfang ambitioniert. Stand nach seinem ersten Abschluss allerdings zu selten auf der klassischen Stürmer-Position, weswegen viele Flanken in den Strafraum ins Nichts führten. Zögerte zu häufig vorm Abschluss und war bis zu seiner Auswechslung in der zweiten Hälfte kaum noch zu sehen. Note: 4.

Ihlas Bebou: Der beste Mann des ersten Durchgangs: Gute Läufe in die Schnittstelle, hohe Laufbereitschaft, agil in den Zweikämpfen. Nach dem Seitenwechsel leider kaum noch im Spiel. Note: 3,5.

Andrej Kramaric: Bei den wenigen Chancen setzte er sich immer gut in Szene, muss dabei aber auch den ein oder anderen Schuss aufs Tor bringen. War überall auf dem Feld zu finden, vorne dann aber ab und zu gefehlt. Sichtlich mangelt es ihm noch an Selbstvertrauen. Note: 3,5.

Kevin Akpoguma (ab 46.): Lieferte ein tolles Solo-Dribbling in der 58. Minute. Schlug gute Diagonalpässe im Spielaufbau, hinten war er nicht gefordert. Note: 3.

Havard Nordtveit (ab 50.): Fahrig im Spiel nach vorne, in der Defensive immer ein wenig zu weit weg von seinen Gegenspielern. Patzer erlaubte er sich aber keine. Note: 4.

Georginio Rutter (ab 71.): Brachte etwas mehr Kreativität im letzten Drittel. Ohne Bewertung.

Jacob Bruun Larsen (ab 71.): Versemmelte fünf Minuten vor Schluss eine aussichtsreiche Abschlusschance, hatte den letzten Abschluss im Spiel (Kopfball drüber). Ohne Bewertung.

Robert Skov (ab 87.): Ein Schuss aus der zweiten Reihe in der Nachspielzeit traf den eigenen Mann. Ohne Bewertung.

Stenogramm

TSG Hoffenheim – Greuther Fürth 0:0 (0:0)

TSG: Baumann (3,5) – Posch (4,5 / Nordtveit 50.), Vogt (3,5), Richards (4 / Akpoguma 46.) – Kaderabek (4), Samassékou (4), Raum (3 / Rutter 71.) – Baumgartner (5), Dabbur (4 / Bruun Larsen 70.) – Bebou (3), Kramaric (3)

SGF: Linde – Griesbeck, Viergever, M. Bauer (46. Willems) – Leweling, Raschl, L. Itter, Tillman, Green (90.+2 Jung) – Nielsen (11. Abiama (76. Ngankam)), Hrgota

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Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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Jakob Uebel
Jakob ist seit Oktober 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Zudem ist er als freier Mitarbeiter der Sportredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung tätig und begleitet als Blinden- und Fanradioreporter die Spiele des SV Sandhausen. Wer tagtäglich seine semi-lustigen Wortspiele und Einfälle verfolgen will, findet ihn auf Twitter unter @deruebeltaeter.

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