Foto: Thomas Eisenhuth/Bongarts/Getty Images
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Dank Kramaric und Baumann: Hoffenheim erreicht zweite Pokalrunde

In der ersten Runde der DFB-Pokalsaison 2020/21 gastierte die TSG Hoffenheim beim Viertligist Chemnitzer FC. Sebastian Hoeneß gab dabei sein Pflichtspiel-Debüt an der Hoffenheimer Seitenlinie. Zudem fand die Partie vor etwas mehr als 3.000 Zuschauern statt.

Die Gäste aus Nordbaden bestritten die Partie im 3-4-3 System, das bei gegnerischem Ballbesitz zu einem 4-4-2 mit Raute werden sollte. Die zentrale Rolle spielte dabei Kevin Vogt, der je nach Spielsituation zwischen Abwehrkette und defensivem Mittelfeld pendelte und versuchte das Spiel entsprechend aufzubauen. Dem entgegen sahen sich die Hoffenheimer dem Chemnitzer 4-1-4-1 System, das die mutige Herangehensweise der Gastgeber unmittelbar widerspiegelt.

Chemnitz mutig, Hoffenheim unkreativ

Diese bereitete der TSG zu Beginn einige Probleme und so dauerte es eine Viertelstunde, bis die Hoffenheimer das Spiel an sich reißen und eine optische Überlegenheit generieren konnten. Diese zeigte sich allerdings lange nur in Form von Ballbesitz und nicht etwa durch klare Torchancen. Trotz mehrerer vielversprechender Ansätze scheiterte die TSG oftmals an der eigenen Konzentration. Erst in der 34. Minute ergab sich die erste gute Möglichkeit für Kramaric, der aus fünf Metern nach Hereingabe von Brenet das Tor verfehlte.

Neun Minuten später vergab der kroatische Nationalspieler direkt die nächste Großchance. Erneut tauchte Kramaric fünf Meter vor dem gegnerischen Tor auf. Doch auch Akpogumas maßgenaue Flanke von rechts konnte Hoffenheims Top-Torjäger per Kopf nicht einmal aufs Tor bringen. Kurz vor der Halbzeit scheiterte Christoph Baumgartner noch mit einem Versuch an CFC-Keeper Jakubov und so stand nach 45 Minuten noch auf beiden Seiten die Null.

Auch Führung hilft nicht, Klassenunterschied nur selten sichtbar

Kurz nach der Halbzeit ging Hoffenheim schließlich doch in Führung. Nach feinem Zuspiel von Brenet umkurvte Bebou zunächst den Chemnitzer Torwart und behielt dann auch noch die Übersicht für Kramaric, der den Ball problemlos über die Linie drückte. In der Folge waren die Gäste bemüht die Partie endgültig in den Griff zu bekommen. Dies wusste der Außenseiter jedoch weiterhin durch giftige Zweikampfführung und mutige Aktionen zu verhindern.

Demnach nicht unverdient erzielte Chemnitz in der 59. Spielminute den Ausgleich durch Kevin Freiberger, der sich nach Flanke von Links im Strafraum um Akpoguma drehte und vorbei an Baumann einnetzte. Daraufhin entwickelte sich ein echter Pokal-Fight, in dem der Viertligist dem Bundesligist weiter munter die Stirn bot. Auf Grund der starken Abwehrleistung der Chemnitzer schafften es die Hoffenheimer nicht sich Torchancen herauszuspielen. Somit ging es nach 90 Minuten in die Verlängerung.

Andrej Kramaric schiebt zum 0:1 ein (Foto: imago images)

Kramaric rettet Hoffenheim ins Elfmeterschießen

Nach Wiederanpfiff änderte sich an der Spielsituation kaum etwas. Hoffenheim versuchte viel, doch es gelang äußerst wenig. Und so ging Chemnitz nach 100 Minuten plötzlich in Führung. Nach einem Einwurf von rechts lag der Ball im Strafraum plötzlich frei für Bickel, der die Chemnitzer mit dem Außenrist von der Sensation träumen ließ. Und diese war plötzlich zum Greifen nah. So waren die Gäste nach dem Rückstand völlig von der Rolle und hatten Glück, dass Baumann nur vier Minuten nach dem Gegentor mit einer überragenden Parade gegen Freiberger rettete.

In der zweiten Minute der Nachspielzeit sorgte Baumgartner dann wieder für den Wachrüttler. Der Youngster versuchte sich mit einem ganz starken Kopfball aus 15 Metern, scheiterte aber am Pfosten. So brauchten die Hoffenheimer einmal mehr die Klasse ihres Superstars Kramaric, um der Blamage zu entgehen. In der 111. Minute holte der Kroate gegen Schimmel einen Foulelfmeter heraus, den er anschließend souverän verwandelte. Mit 2:2 nach 120 Minuten ging die Partie schließlich über die volle Distanz und benötigte zur Ermittlung des Siegers den Showdown vom Elfmeterpunkt.

Chemnitz bejubelt die zwischenzeitliche Führung (Foto: imago images)

Elfmeterkiller Baumann avanciert erneut zum Pokalheld

Kramaric eröffnete das Elfmeterschießen mit einem platzierten Elfmeter unter die Latte. Auch Belfodil traf für Hoffenheim und dazwischen scheiterten die ersten beiden Chemnitzer an Paraden von Oliver Baumann. Als dritter Hoffenheimer Schütze vergab anschließend Gacinovic die Vorentscheidung und auch Bicakcic verschoss seinen Elfmeter. Weil beide Chemnitzer trafen, lag der Druck plötzlich wieder auf Baumgartner, der seinen Elfmeter souverän verwandelte. Den letzten Chemnitzer Elfmeter setzte Christian Bickel jedoch übers Tor.

Damit gewinnt die TSG Hoffenheim einen spannenden sowie nervenaufreibenden Pokal-Fight in Chemnitz und zieht in die zweite Pokalhauptrunde ein. Bereits im Vorjahr schaffte es die TSG erst im Elfmeterschießen ihr Ticket zu lösen. Der Pokalheld trug allerdings denselben Namen: Oliver Baumann.

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