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Breisgau-Brisanz vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg

Zwei ernüchternde Länderspiele liegen hinter uns und es wieder Zeit für die Bundesliga.

Wir haben wieder zwei Freiwillige gefunden die uns vor der Partie gegen den SC Freiburg ein paar Fragen beantwortet haben. An dieser Stelle herzlichen Dank an Helge Thomas (@helgethomas) und Sven Metzger (@zugzwang74), deren Twitter Accounts ihr auf jeden Fall mal im Auge behalten solltet.

Dann wollen wir mal hören, was uns die beiden zu sagen hatten.

HOFFENEWS: Sonntag 15:30 – Die TSG trifft am vierten Spieltag auf den SC Freiburg. Ein Spiel wie jede andere BuLi-Partie oder steckt da in jeder Saison ein wenig mehr Feuer drin?

Sven: Hoffenheim ist von einem Feindbild für viele mittlerweile zu einem Egal-Verein geworden. Da es aber diese Saison (Gruß nach Stuttgart) das einzige Duell mit einem Verein aus Baden-Württemberg ist, hat das Spiel natürlich einen besonderen Fokus.

Für Feuer wurde ja dann doch noch auf ziemlich peinliche Art und Weise gesorgt. (siehe Frage 2)

Helge: Für die Spieler ist es sicher eine Partie wie jede andere. Auch die Verantwortlichen auf beiden Seiten haben ja offensichtlich ein gutes Verhältnis. Aber für uns Fans steckt da natürlich mehr Feuer drin.

Die TSG ist zusammen mit Leipzig die Inkarnation des Sündenfalls. Als kleiner aber echter Verein, der sich auf „natürlichem“ Wege nach oben gespielt und bis heute dort gehalten hat, ist uns die Idee eines „gezüchteten“ Clubs ohne Tradition und Wurzeln so fremd wie sonst nichts. Wenn wir bei euch im Stadion stehen und sehen, das der Text des Badnerliedes auf der Anzeigetafel quasi als Karaoke-Hilfe mitläuft, dreht es uns schon etwas den Magen rum. Wenn ich dann in Heidelberg noch im Supermarkt sehe, dass TSG-Tickets zu einem Kasten Bier kostenlos dazu gegeben werden und entsprechend viele Plätze im Stadion leer bleiben obwohl der Sprecher von „ausverkauft“ redet, dann muss ich schon oft den Kopf schütteln. Klar braucht es Zeit, so eine Community aufzubauen.

Ich nehme nur sehr subjektiv wahr, dass auch das in Hoffenheim eher mit Geld als mit Geduld und Liebe versucht wird. Kurz: Es sind für uns Südbadener immer sehr „kalte“ 90 Minuten in der Arena in Sins- bzw. Hoffenheim, wenn du verstehst, was ich meine.

Und dann ist da natürlich noch „unser“ Oli Baumann, dem wir den Wechsel irgendwie immer noch nicht verziehen haben. Also macht euch auf eine sehr laute Gästekurve gefasst, die alles auswendig singen kann.

HOFFENEWS: Durch die Personalie Grifo sind natürlich die Stimmungen auf beiden Seiten ein wenig hochgekocht. Wie denkst Du darüber und wird Vincenzo nun endlich glücklich?

Helge: Das war in der Tat ein seltsam schräges Schauspiel seitens der TSG. Bei der Leihe in der letzten Rückrunde war es ja schon ungewöhnlich, aber gerade noch im Rahmen des Üblichen. Jetzt wird es komplett albern. Ihr gebt einen Spieler ab, der in den letzten Spielen nicht einmal im Kader stand sondern auf der Tribüne saß und habt dann solche Angst vor ihm, dass er (meines Wissens) als erster Spieler nach einem Verkauf für seinen neuen Verein nicht spielen darf? Ich meine ernsthaft? Bitte verzeiht, aber das sind „Geschäftsmethoden“ einer Firma, die von Fans eines echten Vereins nicht verstanden werden.

Klar sind wir froh, dass es überhaupt noch geklappt hat, dennoch bleibt da mehr als ein G’schmäckle zurück. Und es ist nicht auszuschließen, dass die Gästekurve auch das in den Gesängen und auf Bannern erwähnen wird. Ich hoffe, es wird nicht zu persönlich oder geht unter die Gürtellinie. Auch wenn die Hoffenheim Fans mit uns nie zimperlich umgegangen sind, ist das nicht unser Stil und ich hoffe, dass die Ultras das genau so sehen.

Sven: Grifo hat bisher nur in Freiburg gezeigt, dass er ein erfolgreicher Bundesligaspieler sein kann. Da scheint etwas Besonderes zu sein, das den SC und ihn verbindet. Dass er mit sieben Millionen Euro Ablöse der Rekordtransfer in der Geschichte des SC ist und trotzdem alle Fans nach Bekanntgabe des Wechsels gejubelt haben, zeigt seine Bedeutung beim Sportclub.

Nebenbei sei die Frage erlaubt, wieso Amiri und Demirbay am letzten Spieltag gegen Hoffenheim auflaufen durften, während es Grifo untersagt ist. Plastik verbindet scheinbar.

HOFFENEWS: Freiburg ist mit 6 Punkten aus den ersten drei Spielen gut in die Saison gestartet. Jetzt waren die ersten beiden Partien sicher keine Top-Teams und daheim gegen Köln wollte man wohl auch keine Punkte abgeben. Wie hast Du persönlich den Saisonstart erlebt?

Sven: Mit einem Sieg gegen Köln wäre es ein Top-Start gewesen. Durch die Niederlage ist es ein Ok-Start geworden, mehr aber auch nicht. Man hat gegen direkte Konkurrenten gepunktet, was einfach Sicherheit gibt und wichtig ist. Auf der anderen Seite waren alle drei bisherigen Partien 50/50-Spiele, die in jede Richtung hätten kippen können. 

Fußballerisch begeisternd war das noch nicht.

Helge: Ich habe die Ergebnisse der ersten beiden bzw. drei Spiele natürlich freudig gefeiert. Klar, die Leistungen waren teilweise echt schwach, aber hey, es waren die ersten Spieltage. Da läuft es nirgends richtig rund. Und als Fan des SC Freiburg ist man ja Leid geprüft. Nicht selten wurden wir in den letzten Jahren von Schiedsrichtern und der Karmapolizei ungerecht behandelt und gingen als unglücklicher Verlierer vom Patz. So habe ich das Glück, dass dieses Mal eindeutig auf unserer Seite war, als hochverdient angenommen und abgehakt. Die Niederlage gegen Köln hab ich dann leider erwartet. Vermeintlich leichte Gegner unterschätzen können unsere Jungs dann doch ganz gut. Da kann Streich noch so viel mahnen.

Dennoch genieße ich die Momentaufnahme als „Dortmund-Jäger“ und vertraue auf unseren wirklich starken Kader. Wir sind ja, wie man in den ersten Spielen gesehen hat, nicht mehr nur auf Petersens Tore angewiesen sondern unter anderem mit Waldschmidt, Höler, Schmid, Borello, Sallai, Kwon und Haberer in der Offensive so breit aufgestellt wie lange nicht. Und auch in der Abwehr stehen mit Schlotterbeck, Lienhart, Koch und Gulde ein paar ebenso junge wie talentierte Fußballer. Von Schwolow (danke Alex fürs Verlängern!) als Fels in der Brandung ganz zu schweigen. Im Mittelfeld mache ich mir noch am meisten Sorgen. Höfler hat zweifellos geniale Momente aber eben auch zunehmend viele, bei denen ich kurz vor einem Herzinfarkt stehe. Wie auch immer, ich glaube, die Jungs schaffen eine ganz gute Saison, bei der die Frage eher ist, wie weit es hoch geht und wir nicht dauernd auf die Abstiegsplätze schielen müssen. Alles andere würde mich doch sehr wundern.

HOFFENEWS: Sprechen wir über Streich. Ein Unikat in der Trainerszene. Kannst Du Dir Streich bei einem anderen Verein vorstellen oder wer könnte jemals Streich in Freiburg beerben?

Helge: Erste Frage: Nein! Der zweiten Frage sehe ich gelassen entgegen. Wie der ganze Verein und die vielen Teams so ist auch das Trainerteam der Profis sehr organisch gewachsen und in der Breite stark. Klar, Streich ist momentan der entscheidende Faktor aufgrund seiner Persönlichkeit, seinem Auge für Talente und seinem Umgang mit den Spielern. Aber da wächst schon genug nach. Julian Schuster macht zum Beispiel als Verbindungstrainer zur U23 hervorragende Arbeit, wie man an der hohen Anzahl Nachwuchsspieler sieht. Florian Bruns und Lars Vossler lernen seit Jahren vom Meister. Und auch wenn Streich tatsächlich irgendwann aufhören sollte, dann fangen wir das auf und werden eine passende Lösung finden. Alles geht einmal zu Ende. Wichtig ist nur, dass Seele und Wesen des Vereins am Leben bleiben. Und wenn es danach sportlich ein wenig runter geht, was soll’s. Ich hab letztes Jahr auf dem Marktplatz in Freiburg einen Mann getroffen, der sagte: „Bis zur Oberliga bleib ich Fan“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Sven: Christian Streich ist über Jahrzehnte einer der erfolgreichsten Trainer im deutschen Fußball. Natürlich hätte er mit seinem hohen Maß an Empathie und Sachverstand auch woanders Erfolg. Und ja, ich kann mir den Punkt immer noch vorstellen, an dem es einen SC Freiburg ohne Christian Streich geben wird Was den Nachfolger angeht, muss man sich wohl nicht so weit umschauen, um einen Namen zu finden.Wobei, wer hätte je gedacht, dass es für Volker Finke einmal einen erfolgreichen Nachfolger geben, der sogar noch beliebter ist?

HOFFENEWS: Freiburg ist in den letzten Jahren immer wieder eine Wundertüte. Wo landet Freiburg in dieser Saison und wo siehst Du die TSG am Ende der Runde?

Sven: Die TSG wird am Ende irgendwo im Mittelfeld und hoffentlich hinter dem SC stehen. Wobei hier auch dieses Jahr für mich wieder gilt, dass ich Platz 15 sofort unterschreiben würde.

Helge: Wie oben schon beschrieben, glaube ich an eine sehr erfolgreiche Spielzeit. Das mit der Wundertüte sehen wir in Freiburg ja gar nicht so. Wir wissen, wo wir herkommen und was mit unseren Mitteln möglich ist. Unsere Jungs kämpfen um jeden Punkt, ohne dass wir Fans enttäuscht sind, wenn es mal nicht klappt. Pfiffe nach einem verlorenen Spiel habe ich in Freiburg noch nie erlebt. Wir halten zusammen wie die Hobbits im Kampf gegen Mordor. Zu deiner Frage: Der Nicht-Abstieg bleibt unsere Meisterschaft. Aber … ein seltsames Ziehen im linken Bein sagt mir, dass wir diese Saison eher in der oberen Hälfte der Tabelle abschließen. Vielleicht sogar noch etwas höher.

Über die TSG kann ich wenig sagen. Die Transfer- und Kader-Aktivitäten haben mich als Außenstehenden eher verwundert. Transfermarkt zeigt ein Transfer-Plus (!) von 86 Millionen. Bittencourt und Grifo auch noch gehen zu lassen, fand ich bei aller Freiburger Freude fahrlässig. Der neue Trainer wirkt auf mich ein wenig farb- und ideenlos. Aber wie gesagt, ich mag da nichts rein interpretieren, das steht mir überhaupt nicht zu. Wenn ich nur von dem ausgehe, was ich weiß und in den ersten Spielen gesehen habe, dann wird es im Jahr 1 nach Nagelsmann (den Wechsel habe ich übrigens auch null verstanden) eine leichte Delle geben ohne dabei in die Abstiegsregionen zu rutschen.

HOFFENEWS: Nenne drei Punkte in denen sich Freiburg komplett von der TSG unterscheidet?

Helge:

1. Wir sind ein echter Verein.

2. Wir haben uns organisch und aus eigener Kraft nach oben gespielt und schon über 25 Jahre dort gehalten.

3. Wir können das Badnerlied auswendig.

Sven:

1. Der SC hat nachhaltig gewachsene, selbst erarbeitete Strukturen

2. Beim SC ist der e.V. das entscheidende Vereinsorgan

3. Wenn Fehler gemacht werden, muss der Verein das Risiko dafür tragen, ohne dass es jemand auffängt. 

HOFFENEWS: Dein Tipp für die Partie am Sonntag?

Sven: Ich glaube, wir werden ein schmuckloses 1:1 sehen.

Helge: Sehr schwer. Das kann in alle Richtungen gehen. Ich hoffe ja insgeheim auf den „Grifo-Effekt“, also darauf, dass das unfaire Spielverbot für Vince unsere Jungs so antreibt, dass sie nochmal mehr laufen und kämpfen und treffen. Ich lehne mich also mal ganz weit raus, hoffe neun Jahre nach Cissé auf ein Ende der Sieglos-Serie in Sinsheim und sage 3:1 für uns.

Wir bedanken uns recht herzlich bei den beiden und lassen am Ende auch noch unseren Tipp da.

TSG Hoffenheim 2 …. SC Freiburg …. Nuuuuuulll

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Mehr zu mir gibt es bei Google oder (sogar) auf Wikipedia 😉

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Timo
2 Jahre zuvor

Mir nicht! Man bietet zwei Blödel eines Gegnervereins in einer HOFFE-Gruppe ein Forum ihre Hoffe-Antipathie zum besten zu geben, ohne das jemand Kontra gibt… Na, prima…

Jan S.
Jan S.
Editor
2 Jahre zuvor

Die 2 Herren sind etwas stark indoktriniert für meinen Geschmack 😉

Marco Ripanti
Mehr zu mir gibt es bei Google oder (sogar) auf Wikipedia ;-)

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