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Alfred Schreuder zieht erste Bilanz: „Hoffenheim ein Stück weit der SC Heerenveen der Bundesliga“

Seit gut einem halben Jahr ist Alfred Schreuder Trainer bei der TSG Hoffenheim. In einem Interview mit dem niederländischen TV-Sender Omroep Gelderland hat der 47-Jährige nun eine erste Zwischenbilanz gezogen und die bisherige Saison der Hoffenheimer eingeordnet. Außerdem sprach er über die derzeitige Zwangspause aufgrund der Corona-Pandemie.

Mit zwei Punkten Rückstand auf den Sechsplatzierten Schalke 04 rangiert die TSG nach 26 Spieltagen auf dem neunten Tabellenplatz. Schreuder ist angesichts des großen Umbruchs im vergangenen Sommer zufrieden mit der bisherigen Ausbeute und zieht dabei einen Vergleich zum derzeitigen Zehntplatzierten der Eredivisie.

Alfred Schreuder über Umbruch: „Habe jetzt Zeit ein neues Team aufzubauen“

 „In der vergangenen Saison haben wir sieben Spieler für einen Rekordbetrag von 130 Millionen Euro abgegeben. Hoffenheim ist ein Stück der Heerenveen der Bundesliga“, sagte Schreuder und führte aus: „Die besten Spieler sind unmöglich zu halten und können anderswo viel mehr verdienen. Ich habe jetzt Zeit, ein neues Team aufzubauen.“

Derzeit muss der Hoffenheimer Teamchef jedoch unter erschwerten Bedingungen arbeiten. So befanden sich seine Spieler in den vergangenen zwei Wochen mit individuellen Trainingsplänen im „Homeoffice“. Dabei zog es einige ausländische Profis in Absprache mit dem Klub in ihre Heimat.

Trotz der mit der Reise verbundenen Risiken war diese Maßnahme für Schreuder selbstverständlich: „Fußball ist nur relativ. Wir haben ein paar junge Dänen, einen Norweger, der mit seiner Frau ein Kind hat. Ein Junge aus Brasilien. Sie wollen jetzt mit ihren Lieben und ihrer Familie zusammen sein. Ich denke, das macht vollkommen Sinn. „

Schreuder erklärt Trainingsablauf: „Maximal vier Personen und uns als Trainer aus der Ferne“

Nun sollen die Profis jedoch in rollierenden Kleingruppen ans Trainingszentrum in Zuzenhausen zurückkehren. „Nächste Woche werden wir mit maximal vier Personen und uns als Trainer aus der Ferne trainieren. Klubs wie Leverkusen machen es bereits so und das läuft gut. Jeder hat transparente Programme, an die sich die Spieler halten. Wir können alles mit Herzfrequenzmessgeräten messen“, erklärte Schreuder den Ablauf des Trainings.

Neben den sportlichen traf die TSG zuletzt auch wirtschaftliche Vorkehrungen, um mit der derzeitigen Krise zurecht zu kommen. Dabei einigten sich die Geschäftsführung, die Direktoren und die Profimannschaft sowie das Trainerteam auf einen Gehaltsverzicht, der sich ,wie Schreuder verrät, auf zehn Prozent des Salärs beläuft.

Teile des Betrags sollen dabei in einem Hilfsfonds landen, der gebeutelten Vereinen und Betrieben in der Region zugutekommen wird. „Alle sagten sofort, dass wir das machen, um die Gemeinde in der Region am Leben zu erhalten. Schließlich brauchen wir uns wirklich. Ich denke, es ist eine wunderbare Initiative. Wir alle geben zehn Prozent ab“, betonte der ehemalige Ajax-Assistent.

Alfred Schreuder: „Wenn die Saison nicht beendet wird, wird es in der nächsten Saison keine Bundesliga geben“

Während die TSG durch die hohen Einnahmen der vergangenen Jahre sogar anderen Vereinen helfen kann, stehen einige Klubs durch die Coronakrise vor großen finanziellen Problemen, die durch den möglichen Ausfall der Zahlungen der TV-Gelder noch gravierender ausfallen könnten. Für Schreuder steht deshalb außer Frage, dass die Saison zu Ende gespielt werden muss.

Er erklärte: „Die Interessen und der Druck, wieder zu spielen, sind enorm. Wenn die Saison nicht beendet wird, wird es in der nächsten Saison keine Bundesliga geben und es können noch acht gesunde Vereine übrig sein. Dazu gehört auch Hoffenheim, aber der SC Freiburg und der FSV Mainz dürften zum Beispiel ernsthafte Probleme haben.“

Um die ausstehenden acht Spieltage austragen zu können, werden die Partien wohl frühstens ab Mai als Geisterspiele ausgetragen. Schreuder verzichtet zwar ungern auf das Publikum, sieht jedoch keinen anderen Weg: „Jeder unterstützt es einstimmig. Politik, Vereine und Verbände stehen in ständigem Kontakt und sind gut koordiniert. Dahinter stehen auch die Vereine mit den Spielerräten und ich ebenfalls.“

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Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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Louis Loeser
Louis ist seit August 2019 Teil von Hoffenews und als Redakteur für die redaktionellen Inhalte von hoffenews.de sowie den Social-Media-Auftritt zuständig. Neben seinem Studium schreibt er für die Onlineportale Goal und Spox. Zudem begleitet Louis als Blinden- und Fanradioreporter ehrenamtlich die Spiele des SV Sandhausen.

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